Konsolenmarkt 2022 rückläufig, Abo-Dienste als Lichtblick
2022 ging der Konsolen-Gaming-Markt laut Ampere Analysis zurück, hauptsächlich durch mangelnde Hardware-Verfügbarkeit und verschobene Releases. Microsoft konnte aber seinen Marktanteil leicht ausbauen. Wachstum wurde durch die Bahn bei Abo-Diensten verzeichnet.
Ampere Analysis blickt mit einem Report auf den Konsolenmarkt 2022 zurück. Gemäß der Daten ging der weltweite Konsolen-Gaming-Markt um 7,8 Prozent zurück: von 60,9 Milliarden Dollar im Jahr 2021 auf 56,2 Milliarden Dollar. Der Rückgang wird auf die mangelnde Verfügbarkeit von PlayStation 5 und Xbox Series X, die Verschiebung wichtiger Releases und das sich verschlechternde makroökonomische Umfeld zurückgeführt. "Vor diesem Hintergrund kann ein währungsbereinigter Rückgang von 2,1 Prozent, bei dem die Auswirkungen des stärkeren Dollars herausgerechnet wurden, als ein insgesamt positives, wenn auch gemischtes Ergebnis betrachtet werden. Die Marktperformance liegt 2019 weiterhin 18 Prozent über dem Niveau vor der Pandemie", schreibt Piers Harding-Rolls, Games Industry Analyst bei Ampere Analysis.
45 Prozent des Gesamtumsatzes für Konsolen-Hardware, -Spiele und -Dienstleistungen entfallen auf Sony, ein Rückgang um 1,3 Prozent gegenüber 2021. Nintendo büßte 0,5 Prozent ein (auf 27,7 Prozent), während Microsofts Anteil von 25,5 Prozent auf 27,3 Prozent stieg. Letzteres durch Ausgaben für Xbox-Hardware und den Game Pass. Gemäß der Marktforschenden behält Sony seine beherrschende Stellung aufgrund der relativ teuren PlayStation-5-Hardware, der Dienstleistungen und der im Vergleich zu Nintendo "wesentlich besseren Monetarisierung" der Spiele auf PlayStation-Konsolen.
Ampere Analysis schätzt, dass bis Ende 2022 knapp 30 Millionen PlayStation-5-Konsolen verkauft wurden, während die Xbox Series X|S bei 18,5 Millionen liegt. Die Marktforschenden sind mit ihrer Schätzung relativ nah an den tatsächlich Daten, denn Sony bestätigte die Zahl von 32 Millionen verkauften PS5-Konsolen bei Ende 2022. Microsoft gibt keine konkreten Verkaufszahlen heraus. Es wird aber hervorgehoben, dass die duale Produktstrategie von Microsoft dazu geführt habe, dass die Xbox Series S besser verfügbar war, jedoch beim wichtigen Weihnachtsgeschäft nicht über eine so hohe Anziehungskraft wie die Xbox Series X verfügte.
Gegen Ende 2022 hat sich die Lieferbarkeit der PlayStation 5 verbessert. Ampere erwartet, dass sich der Abstand zwischen PlayStation- und Xbox-Verkäufen in der ersten Jahreshälfte 2023 vergrößern wird, wobei die Xbox Series X erst in der zweiten Jahreshälfte besser erhältlich sein dürfte. Nintendos Switch beendete das Jahr 2022 mit einer installierten Basis von 119,5 Millionen. Es wird erwartet, dass die nächste Generation von Nintendo-Konsolen gegen Ende 2024 auf den Markt kommt.
Die Ausgaben für Abonnements auf Konsolen waren der einzige Wachstumsbereich im Jahr 2022. Sie stiegen um 5,6 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar, währungsbereinigt sogar um 10,9 Prozent. Obwohl das weltweite Abonnementvolumen im Jahresvergleich zurückging, sorgten mehrstufige Servicestrategien dafür, dass die durchschnittlichen Ausgaben pro Abonnement um sieben Prozent stiegen. Microsoft baute seinen Vorsprung in diesem Marktsegment weiter aus und verzeichnete in den letzten drei Monaten des Jahres ein Allzeithoch bei den Game-Pass-Abonnent:innen.
Der Umsatz mit Verkäufen von Premium-Spielen war rückläufig. Obgleich das Volumen der Spieleverkäufe im Vergleich zu 2021 um sieben Prozent abnahm, wurde dieser Wert durch höhere durchschnittliche Verkaufspreise etwas aufgefangen. Download- und In-Game-Verkäufe waren um knapp 15 Prozent rückläufig. Ein "normaleres Verbraucherverhalten nach der Pandemie" und die makroökonomischen Rahmenbedingungen werden als Erklärungsansätze von Piers Harding-Rolls herangeführt.