Drake Star erwartet 2024 mehr Übernahmen und Investitionen nach ruhigem Q3
Die Tech-Investmentbank Drake Star erwartet 2024 einen deutlichen Anstieg an Investitionen, Übernahmen und Beteiligungen im Gaming-Bereich, ähnlich wie Konvoy Ventures. Das dritte Quartal 2023 war jedenfalls "eher ruhig".
In Sachen Investitionen, Übernahmen und Beteiligungen im Gaming-Bereich war es im dritten Quartal 2023 weiterhin recht ruhig. Laut der Tech-Investmentbank Drake Star wurden von Juli und September rund 33 Deals mit einem Volumen von rund fünf Milliarden Dollar beobachtet, knapp 4,73 Milliarden Euro. Gemessen an der reinen Anzahl der Transaktionen war dies ein Zweijahrestief. Der Wert der Deals übertraf jedoch drei der letzten fünf Quartale.
Tencent und seine Tochtergesellschaften waren mit fünf Übernahmen in diesem Quartal ganze vorne dabei. Es wird geschätzt, dass die Mehrheitsübernahme von Techland zu den drei größten Transaktionen des Jahres zählt. Playtika setzte seine Expansion im Bereich der Casual Games mit den Akquisitionen von Innplay Labs und Youda Game fort. Goldman Sachs unterbreitete zusammen mit Investoren wie General Atlantic und Lego eine Übernahmeofferte für Kahoot, bekannt für seine spielebasierte Lernplattform, für 1,72 Milliarden Dollar, etwa 1,63 Milliarden Euro. Take-Two bzw. Rockstar Games übernahm das Rollenspiel-Modding-Team Cfx.re, Behavior Interactive kaufte Codeglue, Capcom sicherte sich Swordcanes Studio und Roblox kaufte Speechly. Rund 40 Prozent der Übernahmen entfielen auf das PC-/Konsolensegment, circa 21 Prozent auf den Mobile-Sektor.
Mit rund einer Milliarde Dollar bzw. 945 Millionen Euro in 185 Deals stieg auch das aufgebrachte Private-Equity-Volumen im Vergleich zum zweiten Quartal. Zu den höchsten Abschlüssen gehören Candivore (100 Mio. Dollar), Second Dinner (90 Mio. Dollar), Story Protocol (54 Mio. Dollar), Futureverse (54 Mio. Dollar), Inworld AI (50 Mio. Dollar) und Veloce Media Group (50 Mio. Dollar). Bitkraft führt die VC-Rangliste für die ersten neun Monate des Jahres an, gefolgt von Andreessen Horowitz, Play Ventures, Griffin Gaming und Vgames.
Das 4. Quartal 2023 wird aufgrund der abgeschlossenen Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft auf einem Rekordhoch enden. Drake Star erwartet, dass die M&A-Aktivitäten 2024 stetig zunehmen werden. Als aktivste Käufer werden Tencent, Sony, Take-Two Interactive und Savvy/Scopely prognostiziert, während Embracer wahrscheinlich die Veräußerung einiger seiner Studios abschließen dürfte. Gerade von Sony wird erwartet, auf die Rekordübernahme von Activision Blizzard durch Microsoft mit einem großen Deal zu reagieren. "Die Investoren waren in diesem Jahr bei Finanzierungen in der mittleren und späten Phase weitgehend zurückhaltend. Wir gehen davon aus, dass auch im nächsten Jahr ein gesundes Maß an Investitionen in Unternehmen in der Frühphase und eine Zunahme der Transaktionen in der mittleren und späten Phase zu verzeichnen sein werden. Künstliche Intelligenz und Werkzeuge sind weiterhin angesagte Segmente", heißt es weiter.
Auch börsennotierte Gamesunternehmen wie Nintendo, Sea, Electronic Arts, Bandai Namco, Nexon, Netease und auch Activision Blizzard als Teil von Microsoft sitzen insgesamt auf 45 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln, was laut der Risikokapitalfirma Konvoy Ventures via CNBC das Potenzial für weitere Fusionen und Übernahmen eröffnen würde. Ganz zu Schweigen von Tech-Unternehmen mit Gaming-Sparten wie Amazon, Microsoft, Tencent, Sony, Apple, Meta, Netflix und Co., die zusammen über 220 Milliarden Dollar an Bargeld oder Bargeldäquivalenten zur Verfügung haben - und im aktuellen Marktumfeld und bei gesunkenen Firmenbewertungen wohl auf das ein oder andere "Schnäppchen" aus sein könnten.