Lars Wingefors, CEO der Embracer Group, sprach bei der Jahreshauptversammlung über "harte Entscheidungen" für ein schlankeres und kosteneffizienteres Unternehmen. Außerdem sagte er, dass sie mehr Gebühren für Vertriebsplattformen zahlen würden, als in die Gamesentwicklung fließen.

Bei einer Frage- und Antwortrunde auf der Jahreshauptversammlung sagte Wingefors, dass "harte Entscheidungen" getroffen werden müssten, um aus der Embracer Group ein schlankeres und kosteneffizienteres Unternehmen zu machen. Hierzu gehören die Schließungen von Studios wie Campfire Cabal und Volition sowie Entlassungen in Studios wie Crystal Dynamics, Rainbow Studios und Beamdog. Unter Umständen fällt auch die Einstellung von "Evil Dead: The Game" bei Saber Interactive in diese Kategorie. Das Unternehmen sei "entschlossen", den Prozess weiter durchzuziehen. Es könnten weitere Studioschließungen und Entlassungen folgen. Wingefors: "Letztendlich treffen wir Entscheidungen, einige Teams umzustrukturieren oder zu verkleinern, und es wird ein paar Fälle von Schließungen geben." Er ist zuversichtlich, dass sie die gesetzten Ziele bis zum Ende des Geschäftsjahres, Ende März 2024, erreichen werden.

Zugleich deutet er an, dass Embracer den Verkauf einiger Vermögenswerte in Erwägung zieht. Vor einigen Wochen berichtete Reuters (aus unbestätigten Quellen), dass die Unternehmensgruppe die Veräußerung von Gearbox Entertainment planen könnte. Gearbox Entertainment wurde im April 2021 von Embracer für 1,38 Milliarden Dollar übernommen. Wingefors griff diesen Bericht auf und meinte, dass es einen "starken, lebendigen Markt" mit einer Reihe aktiver Akteure geben würde - sowohl aus der Finanzwelt als auch der Branche. Er meint, dass es für das Unternehmen einfacher sein würde, "höherwertige Assets" wie Gearbox zu verkaufen als "kleinere Assets". Stephen Totilo von Axios ergänzt, dass externe Investitionen für einige Projekte gesucht werden, um Entlassungen zu vermeiden.

Des Weiteren wurde Wingefors zu den Gebühren von digitalen Vertriebsplattformen befragt und wie er zu dem Epic-First-Run-Programm, Epic-Erstausgabe, im Epic Games Store (GamesMarkt berichtete) stehen würde. Dieses Programm sagt teilnehmenden Unternehmen 100 Prozent der Einnahmen in den ersten sechs Monaten zu, wenn der Titel im Epic Games Store veröffentlicht wird. Das gilt für "ein neues Spiel oder eine neue App, die bisher auf keinem anderen Drittanbieter-PC-Store veröffentlicht wurden und in keinem Abonnementdienst eines anderen Drittanbieter-PC-Stores enthalten waren." Nach dem halben Jahr greift wieder die gewohnte 88/12-Staffelung. Bei Steam von Valve Software gilt weiterhin die 70/30-Aufteilung, also 30 Prozent für Valve. Werden bestimmte Umsatzschwellen erreicht, wird die Umsatzbeteiligung von Valve verringert, und zwar auf 25 Prozent bei Einnahmen über 10 Millionen Dollar und auf 20 Prozent bei Einnahmen über 50 Millionen Dollar.

Wingefors sagt, dass es grundsätzlich gut sei, wenn Steam mehr Konkurrenz bekommen würde. Aber auch in anderen Stores - wie Mobile und auf Konsolen - müssten Gebühren gezahlt werden. Der CEO der Embracer Group dazu: "Natürlich würden wir gerne weniger Gebühren an die Plattformen zahlen. In Wirklichkeit zahlen wir jedes Jahr mehr Gebühren an die Plattformen als wir für die Entwicklung von Spielen ausgeben, und wenn man sich diese Zahl vor Augen führt, ist das verrückt. Es gibt also Margen bei den Plattformen, die ich lieber in der Entwicklung von mehr Spielen stecken würde und höhere Gewinnspannen hätte, aber ich finde es großartig, dass Epic dort versucht, eine wettbewerbsfähige Plattform aufzubauen."

Außerdem wurden neue Verkaufszahlen genannt. "Valheim" liegt bei zwölf Millionen, "Deep Rock Galatic" bei sieben Millionen und "Satisfactory" bei fünf Millionen. Alle drei Titel stammen von Coffee Stain Publishing.

Zur Embracer Group gehören THQ Nordic (Österreich), Plaion (Deutschland), Coffee Stain (Schweden), Saber Interactive (USA), Amplifier Game Invest (Scheden), DECA Games (Deutschland), Gearbox Entertainment (USA), Easybrain (Zypern), Asmodee (Frankreich), Dark Horse Comics (USA), Freemode (USA) und CDE Entertainment (Kanada).

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Written by

Marcel Kleffmann
Marcel Kleffmann is Chief of Content of GamesMarket and our B2B and B2C expert for hardware, market data, products and launch numbers with more than two decades of editorial experience.