Lehfeld berät PietSmiet, Sarazar, LeFloid und Paluten
Der ehemalige Head of gamescom Boris Lehfeld positioniert sich neben seiner Beratertätigkeit für den BIU auch im Influencer-Segment. Wenn auch auf nicht-exklusiver Basis berät Lehfeld vier der wichtigsten YouTuber Deutschlands.
Boris Lehfeld macht sich nach seinem Ausscheiden beim BIU mit der Agentur 2nd Wave GmbH selbständig. Zum Auftakt berichtet das "Handelsblatt" in seiner aktuellen Ausgabe groß über Lehfelds künftige Aktivitäten. Die hat er auch gegenüber GamesMarkt bestätigt. So wird Lehfeld neben seiner Beratertätigkeit für den BIU - er unterstützt als Freelancer die Organisation sowohl des Deutschen Computerspielpreis, als auch der gamescom - künftig verstärkt im Bereich Influencer aktiv werden. Eine Aufgabe, die Sinn ergibt: Als Head of gamescom hatte Lehfeld unter anderem die Bereiche Cosplay und Let's Play auf der gamescom fest verankert, was der Messe in der Zielgruppe noch einmal einen deutlichen Schub gab.
Doch nicht nur Lehfelds persönlicher Background spricht für ihn und hat ihn mit einer neuen Firma ins "Handelsblatt" gebracht: Er startet sein zweites Standbein mit einer Reihe von Top-Stars der deutschen YouTube-Szene: Sowohl das Team von PietSmiet, als auch Sarazar, LeFloid und Paluten werden mit Lehfeld zusammenarbeiten - wenn auch auf nicht-exklusiver Basis. Gegenüber GamesMarkt erklärt Lehfeld, dass es vor allem darum gehe, Kooperationen so auszuwählen, dass sie zum jeweiligen Künstler passen und ihn in seiner langfristigen Entwicklung unterstützen.
Lehfeld scheint damit den Nerv einer jungen und dynamischen Branche zu treffen. In den vergangenen 24 Monaten kam es immer wieder zu zum Teil auch öffentlichen Auseinandersetzungen zwischen YouTubern und ihren Netzwerken. Der Krach zwischen Simon Unge und Mediakraft war dabei nur die offen sichtbare Spitze des Eisbergs. Im Kern geht es immer wieder darum, dass die Netzwerke zwar gute Vermarktungsmöglichkeiten bieten und einen guten Draht zu Werbekunden haben, ein tatsächliches Künstlermanagement jedoch kaum bis gar nicht stattfindet. Wer nicht spurt, der wird ersetzt, heißt es hinter vorgehaltener Hand.
Ein gewisser Reifungs- und Professionalisierungsprozess kann dem jungen Markt der YouTuber und Streamer also nicht schaden. In anderen künstlerorientierten Branchen sind Manager und Berater durchaus üblich. So findet im Profi-Fußball kein Transfer ohne Spielerberater statt. Musiker und Schauspieler beschäftigen ebenso Berater und Agenten wie bspw. Rennfahrer. Angesichts des eher schlechten Rufs der meisten YouTube-Netzwerke müsste man Lehfeld allerdings weniger mit jemandem wie dem ehemaligen Schuhmacher-Manager Willi Weber vergleichen, denn mit dem von Tom Cruise gespielten Jerry Maguire aus dem gleichnamigen Film, der die unpersönliche Arbeit von Sportmanagern kritisch thematisiert.