Die Vermarktungschancen von "Manhunt 2" schwinden mehr und mehr. Nachdem das Konsolenspiel in Irland und Großbritannien auf dem Index gelandet ist, wird wohl auch das US-amerikanische Entertainment Software Rating Board mit "Manhunt 2" hart ins Gericht gehen.

Take 2 Interactive sieht die Vermarktungschancen von "Manhunt 2" schwinden. Nachdem das Konsolenspiel in Irland und Großbritannien auf dem Index gelandet ist, wird voraussichtlich auch das US-amerikanische Entertainment Software Rating Board (ESRB) mit dem Titel hart ins Gericht gehen. Wie US-Medien berichten, wird das ESRB "Manhunt 2" aller Voraussicht nach mit einem "Adults Only"-Rating (AO) versehen. Während Kritiker bemängeln, dass das kontroverse Spiel somit doch veröffentlicht werden darf, verringern sich die Erfolgschancen durch das Rating massiv. Nahezu alle großen US-Ketten verzichten wohlweislich auf die Listung von "AO"-Spielen. Amazon, Wal-Mart und Konsorten würden "Manhunt 2" im Fall der Fälle also nicht ins Sortiment aufnehmen, um bei der konservativen Kundschaft und Familien nicht anzuecken.

War das britische Vermarktungsverbot bereits ein herber Schlag, der aber zu verschmerzen ist, baut das ESRB mit seinem Rating erhebliche Vermarktungshürden im wichtigsten Spielemarkt der Welt aus. Take 2 hoffte bislang, wie beim Vorgänger ein "Mature"-Rating (M) für "Manhunt 2" zu erhalten. Somit hätten die großen Einzelhändler den Titel verkauft, der dann ab 17 Jahre freigegeben wäre. Möglich ist, dass auch die Diskussion der vergangenen Monate die Entscheidung beeinflusst hat. Denn da die ESRB-Ratings für US-Händler nicht bindend sind, wäre "Manhunt 2" mit einem "M"-Rating in den freien Verkauf gegangen. Dies hat das ESRB mit seiner "AO"-Entscheidung nun zu großen Teilen unterbrunden. Take 2 hat nun noch die Chance, mit Schnitten und Modifikationen den Inhalt abzuschwächen. Eine erneute Prüfung könnte einem zensierten "Manhunt 2" dann doch noch die erhoffte "M"-Freigabe einbringen. Dass dies durchaus möglich ist, könnte Nintendo beeinflussen. Unternehmensangaben zufolge erteilt Nintendo "AO"-Spielen keine Lizenz, was zumindest in der Fassung für Wii in den USA einem Veröffentlichungsverbot gleichkäme.

Indes begegnete das British Board of Film Classification (BBFC) Vorwürfen, politische Einflussnahme hätte zum "Manhunt 2"-Verbot geführt. Insbesondere die Vorgeschichte der Serie, die vor Jahren für einen Mordfall verantwortlich gemacht werden sollte und in der Folge für erhebliche politische Turbulenzen sorgte, könnte die Entscheidung beeinflusst haben, mokieren Kritiker. Das BBFC wies die Vorwürfe zurück.

Und auch Take 2 meldete sich mittlerweile zu Wort. Mit der Entscheidung des BBFC, die Vermarktung von "Manhunt 2" in Großbritannien zu untersagen, zeigte sich der Publisher sehr unzufrieden. "Wir respektieren die Entscheidungen der Jugendschutzbehörden und unterstützen ihre Arbeit vorbehaltlos, sind vom Ergebnis in diesem Einzelfall aber enttäuscht", hieß es aus der Konzernzentrale. "Manhunt 2" richte sich an erwachsene Spieler, denen man keine Vorschriften machen sollte, welche Medien sie konsumieren wollen. Take 2 beruft sich dabei auf die Geschichte des Horrorgenres. "Die Geschichten in modernen Videospielen sind ähnlich mannigfaltig wie die in Literatur, Film und Fernsehen. Volljährige Konsumenten, die das Spiel nutzen, werden verstehen, dass es sich um rein fiktionale Unterhaltung und sonst nichts handelt."

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