MediaMarktSaturn-Mutter Ceconomy verordnet sich hartes Sparprogramm
Ceconomy hat sich ein Sparprogramm verordnet, das die Kosten um einen dreistelligen Millionenbetrag pro Jahr senkt. Verantwortlichkeiten werden verlagert, Dienste teilweise eingestellt und Jobs abgebaut, vor allem auch in der MediaMarktSaturn-Zentrale. Auch ein Vorstand muss gehen.
Der Handelskonzern Ceconomy hat ein weitreichendes Sparprogramm angekündigt. Ziel sei es zentrale Funktionen zu verschlanken und Sach- sowie Personalkosten abzubauen, heißt es aus der Konzernzentrale in Düsseldorf. "Wir reduzieren die Komplexität und definieren eindeutige Verantwortlichkeiten. So können wir uns stärker als bisher auf die Bedürfnisse der Kunden konzentrieren und legen den Grundstein, um in Zukunft nachhaltig und profitabel wachsen zu können", fasst Jörn Werner, CEO von Ceconomy, die Ziele des Programms zusammen, das in zwei Säulen aufgeteilt ist.
Die erste Säule betrifft Projekte zur Reorganisation der Zentral- und Verwaltungseinheiten der Holdinggesellschaften von Ceconomy, MediaMarktSaturn und der deutschen Landesorganisation. Aufgaben werden zentralisiert und zusammengeführt. Auch das bei Redblue gebündelte Marketing wird strategisch neu ausgerichtet. Beobachter sind sich sicher, dass diese Maßnahmen zum Verlust von Arbeitsplätzen führen wird. Offizielle Angaben, wie viele Jobs wegfallen werden, gibt es nicht. Die "Süddeutsche Zeitung" spricht von einer mittelgroßen dreistelligen Zahl, das "Handelsblatt von ca. 500 Stellen. Beide berufen sich auf Insider-Informationen. Zumindest ein Opfer des Sparprogramms steht allerdings schon fest: Dr. Dieter Haag Molkenteller, Vorstand für Recht, Compliance und Risikomanagement, verlässt das Gremium per 31. Mai. Die Stelle wird nicht neu besetzt.
Die zweite Säule des Sparprogramms betrifft verschiedene operative Einheiten von Ceconomy, die auf den Prüfstand kommen, darunter die Liveshopping-Plattform iBood sowie die Beteiligung der MediaMarktSaturn an der Re-Commerce-Plattform Flip4New. Andere Aktivitäten wie zum Beispiel die Retail Media Group oder Juke werden eingestellt. Laut Ceconomy bedeutet dies aber nicht, dass man sich aus dem Geschäft zurückzieht. Stattdessen will man weiter in die Bereiche Digital Entertainment und Weiterverkauf von Elektronik investieren. Hier will man jedoch Partnerschaftsmodelle nutzen.
Finanziell rechnet Ceconomy, dass das jetzt angekündigte Sparprogramm Kosten in Höhe von 150 bis 170 Millionen Euro verursachen wird. Dem gegenüber stünden Einsparungen von 110 bis 130 Millionen Euro jährlich. "Aufgrund der erheblichen Einsparungen gehen wir davon aus, dass sich die Aufwendungen für das Programm in weniger als eineinhalb Jahren vollständig amortisiert haben. Wir werden unsere Ertragskraft deutlich stärken", sagt Karin Sonnenmoser, CFO von Ceconomy.