Mediatrend-Ted- Auswertung für 2001 und 2002

Steter Optimismus vor allem bei Betreibern

Mit deutlichen Zahlen untermauert die Kino/Film-Branche ein besser bis deutlich besser verlaufenes Jahr 2001 als das Vorjahr. Die jüngste Mediatrend-Auswertung zeigt überdies vor allem unter den Kinobetreibern, dass 76 Prozent vom vergangenen Geschäftsjahr mehr als begeistert sind.

112 Teilnehmer aus dem Film- und Kinomarkt hatten sich an der EMV-Mediatrend-Auswertung beteiligt; fast 500 Personen waren es insgesamt, die sich Ende 2001 von den Aufrufen in den EMV-Printorganen "Blickpunkt: Film", "DVD & Videoreport", "Musikwoche.de" und "Gamesmarkt.de" sowie online unter www.mediabiz.de angesprochen fühlten. Aus der gesamten Kinobranche, unterteilt nach (Kino-)Betreibern und Anbietern (Verleihern, Produzenten/Verwertern), beschreibt mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Teilnehmer ein besseres bzw. deutlich besseres Geschäftsjahr 2001 als das Vorjahr. 13 Prozent sahen keine Veränderung, während 31 Prozent der Meinung waren, dass die Entwicklung schlechter bzw. wesentlich schlechter verlaufen sei.

Mediatrend-Ted Auswertung Kino

Mediatrend-Ted 2002 für die Kinobranche

Betreiber und Anbieter im Vergleich

Mediatrend-Ted der Entertainmentbranche

Unterschiedliche Auffassungen zwischen positivem und negativem Verlauf liegen im jeweiligen Lager begründet: Während bei den Anbietern 76 Prozent von besseren bzw. deutlich besseren Ergebnissen 2001 gegenüber dem Vorjahr sprachen (mit einer Spitze von 43 Prozent für "deutlich besser"), lediglich acht Prozent von einem gleich gebliebenen sowie 18 Prozent von schlechteren bzw. wesentlich schlechteren Bedingungen ausgingen, votierten die Anbieter zögerlicher.

Hier sahen zwar stolze 45 Prozent ein besseres bzw. deutlich besseres Geschäftsjahr 2001, 17 Prozent erkannten jedoch keine Veränderung und 37 Prozent meinten, dass alles schlechter bzw. wesentlich schlechter verlaufen sei. Ähnlich in den prozentualen Aufteilungen urteilte die Kinobranche bei der Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr. Hier lag insgesamt wie auch unterteilt nach Anbietern und Betreibern der Tenor auf "bleibt gleich" (im Unterschied zu 2001 mit "besser"). Komplett votierte die gesamte Kinobranche folgendermaßen: Zehn Prozent (Vorjahresprognose: 22,5 Prozent) sehen ein deutlich besseres Jahr 2002, 30 Prozent (42,5 Prozent) ein besseres, 36 Prozent (25 Prozent) ein gleich gebliebenes, 20 Prozent (zehn Prozent) ein schlechteres und vier Prozent (null Prozent) ein wesentlich schlechteres Jahr. Bei den Betreibern wünschen sich 13 Prozent (Vorjahr: 12,2 Prozent) ein deutlich besseres und 28 Prozent (46,3 Prozent) ein besseres Jahr 2002, während 33 Prozent (29,3 Prozent) auf ein unverändertes, 23 Prozent (12,2 Prozent) auf ein schlechteres und fünf Prozent (null Prozent) auf ein wesentlich schlechteres Jahr tippen. Die Anbieter zeigen sich ähnlich vorsichtig: 13 Prozent (45,5 Prozent) sind für deutlich besser, 24 Prozent (54,5 Prozent) für besser, 37 Prozent (null Prozent) für gleich geblieben, 22 Pro- zent (null Prozent) für schlech- ter und vier Prozent (null Prozent) für wesentlich schlechter.

Stimmen

"2001 war das Jahr der Superlative. Wenn man bedenkt, dass beim Boxoffice fast die Eine-Mrd.-Euro-Grenze und obendrein der deutsche Besucherdurchschnitt von zwei pro Jahr überschritten wurden, kann die Branche sehr zufrieden sein. Die Gründe hierfür sind multikausal. Doch fällt auf, dass besonders die Kinoinvestitionen - Neubauten in allen Kategorien seit 1995 - einen nicht unbeträchtlichen Teil zu diesen Ergebnissen beigetragen haben." Rolf Bähr, Vorstand FFA

"Einige börsennotierte Filmfirmen werden (endlich) das Filmgeschäft verlassen. Seriosität wird wieder gefragt sein. Film ist und bleibt ein Person-to-Person-Business. 2002 wird ein tolles Jahr, kleine und große Filme werden die Leute begeistern! Beim deutschen Kinofilm kann es nur besser gehen, 'Bully' war und ist eine große Ausnahme. Der Rest war, gemessen am Boxoffice, eher sehr enttäuschend. Die interessante Frage lautet: Was passiert mit Helkon, Senator, Kinowelt oder F.A.M.E.?" Tim Tremper, Geschäftsführer Checkpoint Berlin Filmproductions GmbH

"Durch die konstante Belieferung seitens der Filmverleiher hatte 2001 keinen Hänger. Wenn man sich die Startliste von 2002 anschaut, kann man zuversichtlich sein, mit etwas Glück (Wetter, Sportereignisse) das Geschäftsjahr 2001 wieder zu erreichen - vielleicht sogar noch etwas stärker zu werden." Robert Huttenlocher, Betriebsleiter FTB Spickert

"Die Branche wird auch 2002 ihr Wachstum haben, sie muss aber neue Finanzierungen entwickeln - neben der Werbung." Anna C. Naumann, Creative Producer, Caecilia-Filmproduktion

"Auf Grund der starken Filme zum Jahresende und der angekündigten Fortsetzungen erhalten unsere Kunden im Prinzip eine gewisse Planungssicherheit für das neue Jahr und werden dies sicherlich auch in Investitionen umsetzen." Alexander Fiebag, Vertriebsleiter EvoNex AG

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