Mediatrend-Ted-Auswertung für 2002 und 2001

Breiter Optimismus bestimmt Gamesbranche

Gut 50 Prozent der Entertainmentbranche hat in 2001 ein "besseres" bzw. "deutlich besseres" Ergebnis erzielt als im Vorjahr. Bei der Gamesbranche lag dieser Anteil sogar noch höher, konkret: bei 70 Prozent. Das ergab die aktuelle Mediatrend-Ted-Auswertung.

Genau 91 Teilnehmer aus dem Unterhaltungssoftwaremarkt haben sich an der Mediatrend-Ted-Auswertung des Entertainment Media Verlags beteiligt; fast 500 Branchenleute waren es insgesamt, die Ende 2001 den Aufrufen in den Fachzeitschriften GamesMarkt.de, VideoWoche, DVD&VideoReport, MusikWoche.de und Blickpunkt:Film sowie denen in den zugeordneten Onlinediensten gefolgt waren..

Mediatrend-Ted-Auswertung Games

Mediatrend-Ted der Gamesbranche

Industrie und Handel im Vergleich

Mediatrend-Ted der Entertainmentbranche

Aus der gesamten Gamesbranche (Handel und Anbieter) bilanzierten über zwei Drittel (70 Prozent) der Teilnehmer ein "besseres" bzw. "deutlich besseres" Geschäftsjahr 2001 als im Vorjahr. Lediglich für 9 Prozent der abgegebenen Stimmen brachte das Geschäft in 2001 "keine Veränderungen" gegenüber dem Vorjahr, während es sich für 18 Prozent "schlechter" und für drei Prozent "wesentlich schlechter" entwickelt hat. Leicht voneinander abweichende Resultate förderten indes die Urteile aus Industrie und Handel zutage: Während 74 Prozent der Anbieter von "besseren" bzw. "deutlich besseren" Ergebnissen im Geschäftsjahr 2001 gegenüber dem Vorjahr sprachen, immerhin 10 Prozent von einer "gleich gebliebenen" und 28 Prozent von einer "schlechteren" bzw. "wesentlich schlechteren" Performance zeugten, votierte der Handel ein wenig verhaltener. Hier sahen zwar im Jahre 2001 noch 62 Prozent auf einen "deutlich besseren" bzw. "besseren" Geschäftsverlauf zurück, 10 Prozent der Teilnahmer bescherte das Jahr 2001 aber Stagnation und für 28 Prozent gab es sogar ein "schlechteres" oder "wesentlich schlechteres" Jahr als 2000.

Und wie schaut die Prognose der Unterhaltungssoftwarebranche fürs laufende Jahr 2002 aus? Mehrheitlich blickt die Zunft (70 Prozent) sehr zuversichtlich in die Zukunft, zumindest rechnen 30 Prozent der Teilnehmer mit einem "deutlich besseren" und 40 Prozent mit einem "besseren" Geschäftsverlauf als im Jahr 2001. Ganze 18 Prozent gehen in ihrer Einschätzung davon aus, dass 2002 sich auf dem gleichen Niveau bewegen wird wie das Vorjahresergebnis. Lediglich 13 Prozent befürchten eine Negativentwicklung. Wichen die Voten von Industrie und Handel schon beim Ergebnis 2001 leicht voneinander ab, so spreizt sich die Schere bei der Prognose für 2002 schon erheblich: Ganze vier Fünftel der Industrie (82 Prozent) geht in diesem Jahr von einer "deutlich besseren" bzw. "besseren" Performance aus, während es bei Handel lediglich 59 Prozent sind. Mit einer Stagnation auf hohem Niveau rechnen 10 Prozent der Anbieter und 18 Prozent des Handels. Der Anteil der Firmen, die ein "wesentlich schlechteres" oder "schlechteres" Ergebnis für 2002 voraussagen, liegt bei 8 Prozent (Industrie) und 23 Prozent (Handel).

Stimmen

Games are Cool! Da wir jetzt verstärkt für die PS2 publishen, werden wir im nächsten Jahr sicher einer der Key-Player werden. Unser Ziel ist eine Umsatzsteigerung von 50 Prozent auf ca. 20 Mio. Euro allein in Deutschland. Wir erwarten mindestens fünf Top-1-Platzierungen auf der PS2 und vier Top-1-Platzierungen auf dem PC. Die PS2 wird den Trend der Endphase von 2001 nicht nur fortsetzen, sondern noch stärker bestimmen. Der PC-Markt wird sich auf dem hohen Niveau weiter konsolidieren. Der wichtigste Trend 2002 wird "Games are Cool"! Mit dem Eintritt von zwei neuen Plattformen und der Marketingpower von Microsoft werden Video-PC-Spiele in aller Munde sein und ein noch positiveres Image erlangen. Markus Wiedemann, Codemasters

"Mein Unternehmen befindet sich Aufbau, daher die deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. 2002 erwarten wir den Launch zweier engagierter neuer Videokonsolen (Xbox und GameCube). Außerdem wird im Laufe des Jahres der DVD-Rekorder für steigende Umsatzzahlen sorgen, zumindest dann, wenn die Preise sinken und sich ein System durchsetzen kann." Hartmut Dieterle, Inhaber MultiMedia Tiger

"Als Hersteller von Kinderspielsoftware werden wir - besonders durch einige starke Lizenzen - im kommenden Jahr überdurchschnittlich wachsen können."

Werner Waschke, Marketing- und Vertriebsleiter Tivola

"Meine Prognose für die gesamte Entertainmentbranche fällt deshalb schlechter aus, weil im Jahr 2002 noch mehr kopiert wird, noch mehr aus dem Internet gesaugt wird. Selbst die DVD ist nicht mehr sicher." Helge Brandes, Inhaber CD Games

"Das Geld wird durch die hohe Arbeitslosigkeit knapp. Gespart wird bei den Ausgaben für Spiele und Unterhaltung, da in den Haushalten die Regale vollstehen mit Unterhaltungswerten, die kaum noch konsumiert werden können. Das drückt die Ladenpreise. Die Spielentwicklung wird zunehmend in Billiglohnländer verlagert. Das führt zu größerer Konzentration der kleinen Entwicklungsstudios, die die Personalkosten nicht mehr tragen können. Die Xbox führt zu keinen nennenswerten Mehrverkäufen, da 1.) der Einstiegspreis zu hoch ist, 2.) keine neuen Spielideen darauf umgesetzt werden und 3.) der Hochpreismarkt an seine Absatzgrenzen stößt. Ein Ausgleich findet sich beim Absatz von linearer Unterhaltung. Die DVD setzt sich endgültig durch. Für den Handel ist also die richtige Ausrichtung wesentlicher Überlebensfaktor." Dieter Eichert, Geschäftsführer (Handel)

Das Aufkommen neuer mobiler Endgeräte, macht endlich das Anbieten,komplexerer" Spiele möglich." Jens Genser, Geschäftsführer (Handel) "Hardwarekäufe gehen zurück, daher weniger Softwareverkäufe." Jens Cautignon, Verantwortlicher für Software, Makro Markt

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