Mediatrend-Ted- Auswertung für 2001 und 2002

Verhaltener Optimismus überwiegt im Musikbiz

Beinahe die Hälfte der Umfrageteilnehmer aus der Musikbranche erwartet vom laufenden Jahr eine Verbesserung der Geschäfte. Auch wenn viele ihre Prognosen für 2001 nicht erfüllt sahen, so glaubt doch nur ein Viertel der Branche, dass der Negativtrend im Jahr 2002 anhalten wird. Das geht aus der aktuellen Auswertung des Mediatrend-Ted aus dem Hause Entertainment Media Verlag hervor.

Mediatrend-Ted Auswertung Musik

Musik: die Branchenbereiche im Vergleich

Prognose und Ergebnis 2001 in der Musikbranche

Prognose und Ergebnis 2001 in der Entertainmentbranche

Prognose Entertainmentbranche 2002

Prognose Musikbranche 2002

Mediatrend-Ted der Entertainmentbranche

Diese Prognose ergibt sich aus der Umfrage, die der Entertainment Media Verlag (EMV) zum Jahreswechsel bei den Lesern seiner Fachmagazine musikwoche.de, Blickpunkt:Film, Gamesmarkt.de, DVD&Video Report und VideoWoche durchführte. Ungeachtet aller Rückschläge, die die Musikwirtschaft in den letzten Monaten verkraften musste, zeichnet die Auswertung des Mediatrend-Ted ein verhalten positives Bild für den Markt. Für über die Hälfte der rund 500 Umfrageteilnehmer lief das Jahr 2001 sogar "deutlich besser" oder "besser". Nur ein Viertel schnitt "schlechter" oder gar "wesentlich schlechter" ab. In Anbetracht der Absatzflaute und des allerorts präsenten Problems der CD-Brennerei herrscht also eine positive Stimmung im Tonträgergeschäft. Zwischen 38 und 46 Prozent - je nach Branchensegment - prognostizieren dann auch einen positiven Geschäftstrend für das laufende Jahr.

Auffällig ist jedoch, wie stark sich zum Teil die Prognosen aus dem Vorjahr von den Ergebnissen der aktuellen Umfrage unterscheiden. Nur vier Prozent der Teilnehmer aus dem Bereich Industrie rechneten mit schlechteren Ergebnissen für 2001. Dagegen bezeichneten nun immerhin 30 Prozent aus demselben Segment das letzte Jahr als "schlechter" oder "wesentlich schlechter". Ähnlich - wenn auch nicht ganz so eklatant - fällt auch die Umfrageanalyse in den Segmenten Handel und Sonstige (Tonstudios, Dienstleister, Agenturen, etc.) aus. Noch vor einem Jahr rechneten zum Beispiel über zwei Drittel der Händler mit besseren Geschäften. Mit dem Ergebnis von 2001 waren allerdings nur noch 38 Prozent zufrieden.

Nicht ganz so deutlich fällt die Diskrepanz zwischen Prognose und Ergebnis bei den Vertretern der Industrie aus: Vor einem Jahr glaubten in diesem Branchensegment noch 68 Prozent an eine Marktsteigerung. Für 44 Prozent bewahrheitete sich diese Einschätzung. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass die Umfrageteilnehmer aus der Musikbranche den zu erwartenden Geschäftsverlauf für die gesamte Entertainmentindustrie im Jahr 2002 schlechter einschätzen als den der eigenen Branche. Während im Musikbiz 43 Prozent glauben, dass es 2002 im eigenen Geschäft wieder spürbar aufwärts geht, sehen nur 31 Prozent eine ähnliche Entwicklung im gesamten Entertainmentbusiness. Nur 25 Prozent erwarten Rückgänge für das Musikgeschäft, 34 Prozent befürchten dies für die gesamte Entertainmentbranche.

Stimmen

"2002 wird besser, denn viele Firmen wollen sich wieder auf ihr ureigenes Geschäft konzentrieren: die A&R-Arbeit, die effektive beziehungsweise umfassende Auswertung von Rechten und Produkten und das Marketing. Shareholder-Value alleine ist eben nicht der Königsweg. Denn wie wollen Firmen und Aktionäre hohe Gewinne einfahren, wenn es keine Werte oder Produkte gibt, die diese erwirtschaften? Weitere positive Faktoren: Der Kopierschutz wird wieder mehr Umsätze für die Branche bringen. Außerdem ebbt die chronische Überbewertung des Internets immer mehr ab, was die Konzentration auf das Wesentliche deutlich unterstützt." Rainer Schwarz, Geschäftsführer RSPS Rainer Schwarz Promotion Services

"Nicht nur Inhalte, sondern auch Kontinuität in der kreativen Umsetzung und Kommunikation werden in Zukunft, das heißt auch in 2002, wesentliche Erfolgskomponenten darstellen." Kai Manke, Geschäftsführer networking - Music & e.Marketing

"Solange es keine zeitgemäße, einheitliche, gesetzliche Regelung bei der Vervielfältigung von Musik im Internet und auf CD-R gibt, die Medienformate Print, TV, Radio und Industrie nicht stärker ihren Fokus auf nationalen Künstler-/Staraufbau ausrichten, wird sich der Markt weiter verselbstständigen und die Masse der Konsumenten wird sich weiterhin andere Wege - zum Großteil auch in der Grauzone der Legalität - suchen, um ihre Bedürfnisse für musikalische Unterhaltung kostengünstig zu befriedigen." Frank Maaß, Managing Director Turbo Beat Music

"Für meinen Bereich blicke ich vorsichtig optimistisch ins neue Jahr, dafür ist in diesem Jahr bereits die Grundlage geschaffen worden. Für die Branche wird es nach meiner Überzeugung nicht wesentlich aufwärts gehen, wenn sich die Majors nicht verstärkter dem längerfristigen Aufbau neuer Künstler widmen." Kai Friedrich, Labelmanager Broadway Musical Management GmbH

"Aus dem Bauch heraus glaube ich, dass 2002 besser wird, da die Branche mehr Newcomer veröffentlichen wird. So langsam knackt der schon lange im Underground brodelnde Alternative-Country, Singer/Songwriter-Stoff des Genres den Mainstream-Markt. Das Paradebeispiel dafür ist Ryan Adams, der mit seiner Soloplatte und seiner Band Whiskeytown bei Eingeweihten seit Jahren eine Größe war. Eigentlich bräuchten die A&Rs nur ihre Ohren auf zu machen und den US-Country-Underground zu beobachten. Da ist Qualität - und die setzt sich irgendwann dann doch durch." Lothar Gärtner, Geschäftsführer Strange Ways

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