Vom 19. bis 22. August findet zum dritten Mal die GC - Games Convention statt. Zwei Wochen vor der großen Show deutet alles auf einen erneuten Erfolg hin: Die Industrie wird sich geschlossen auf der Messe präsentieren, der Handel wird in Scharen erwartet, und um die Gunst der Verbraucher wird nach allen Regeln der Kunst geworben.

Für die Veranstalter besteht kein Grund zur Nervosität: Rund 55.000 Quadratmeter wurden an über 230 Firmen vermietet, die sich und ihre Produkte in der zweiten Augusthälfte auf dem Leipziger Messegelände präsentieren wollen. Im Vorjahr waren es nur rund 40.000 Quadratmeter und 207 Aussteller. Zumindest bei diesen Daten können Leipziger Messe und der Verband der Unterhaltungssoftware Deutschland (VUD) also auch im dritten Jahr Wachstum vermelden. Entsprechend optimistisch präsentierten sich beide auch Ende Juli während eines Pressegesprächs zur bevorstehenden Messe, das im Hauptbahnhof in Leipzig stattfand. "Die Messe hat eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht", brachte es Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Leipziger Messe, auf den Punkt.

In der Tat ist das konstante Wachstum von Jahr zu Jahr in der Messelandschaft derzeit eher die Ausnahme als die Regel. Für Marzin kommt der Erfolg nicht von ungefähr. "Nirgendwo treffen Spieler, Branche, Journalisten und Handel so kompakt aufeinander", lobte er das Messekonzept, das in enger Zusammenarbeit mit dem Messebeirat des VUD entstanden ist. Kein Wunder, dass Marzin auch deshalb die enge Kooperation mit der Industrievertretung besonders herausstellt: "Dies war und ist der Schlüssel zum Erfolg." Wie Recht Marzin dabei hat, lässt sich mit einem Blick nach England untermauern. Dort haben die anhaltenden Meinungsverschiedenheiten zwischen ECTS-Veranstalter CMP und der Branche dazu geführt, dass der Industrieverband ELSPA nun eine eigene Messe ins Leben rief. Die Folge: Da CMP auch ohne Verbandsunterstützung an der ECTS festhält, wird es am ersten Septemberwochenende unabhängig voneinander zwei Spielefachmessen samt Konferenzprogramm in London geben.

Nach dem Motto: "Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte", kann den GC-Machern der Zwist in England nur recht sein. Denn obwohl an dem Konzept, eine Messe zu organisieren, die speziell auf den deutschen Markt zugeschnitten ist, nichts verändert wurde, ist die GC inzwischen auch weit über die Grenzen Deutschlands hinaus in der Branche bekannt. Hochkarätige Besucher, wie beispielsweise Hideo Kojima oder David Reeves, haben sich in Leipzig angekündigt. Ein Beweis dafür, wie gut die Zusammenarbeit zwischen Leipziger Messe und der Branche funktioniert.

Kernbereich der Messe stark ausgebaut und verbessert

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist, dass sich beide Seiten nicht mit dem bereits Erreichten zufrieden geben: Gemeinsam wurden auch in diesem Jahr die einzelnen Teilbereiche der GC - Games Convention erweitert und verbessert: Eröffnungskonzert, GC - Developer Conference (GCDC) oder GC family - überall wurden Fortschritte erzielt. Und der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten: So war das Eröffnungskonzert, das erneut von Andy Brick dirigiert wird, schon Wochen vor der Show ausverkauft. Wohl auch, weil bei dem Konzert diesmal ein breiteres musikalisches Spektrum abgedeckt wird.

Die GCDC, zu der laut GC-Projektleiterin Angela Schierholz zwischen 250 und 300 Teilnehmer erwartet werden, hat in diesem Jahr zwei neue zusätzliche Schwerpunkte. Einen deutlichen Fortschritt gab es auch bei GC family, dem Forum für Medienkompetenz in der Familie und Sonderausstellungsbereich für edukative Lern- und Schulsoftware. Erstmals konnte in diesem Jahr eine kompetente Institution aus diesem Bereich als ideeller Träger gewonnen werden: das bekannte Deutsche Kinderhilfswerk. "Da Eltern und Pädagogen den neuen Medien meist noch hilflos oder gar skeptisch gegenüberstehen, ist es uns wichtig, die GC family in ihrer Mission zu unterstützen, Jung und Alt zu informieren, zu beraten und so ein gemeinsames Medienerlebnis zu schaffen", sagt Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfwerks. Ein weiterer Punkt, der ausgebaut wurde, ist das Rahmenprogramm der Messe. Neben den aus den Vorjahren bekannten Sonderschauen, Fun-Sport-Areas und dem "langen Samstag", an dem die Messehallen bis 21.00 Uhr offen stehen, wurde in diesem Jahr zusätzlich das Trendthema Case Modding aufgegriffen: Auch hier wird es unter dem Titel "Casemodding@GC" eine Sonderschau geben. Zudem finden die "GC CasemodMasters" (GCCM) statt, eine eigens kreierte Meisterschaft. Ebenfalls neu ist, dass es in diesem Jahr auch einen Sonderzug aus Nordrhein- Westfalen geben wird. Dieser startet am ersten Messetag in Köln und wird Station in Düsseldorf, Duisburg, Essen, Bochum, Dortmund, Hamm, Gütersloh, Bielefeld, Minden, Hannover und Braunschweig machen.

300 Premieren machen GC zur echten Neuheitenshow

Dass sich dieser und andere Züge nach Leipzig im August auch tatsächlich füllen, dafür sorgt eine witzig provokante Werbekampagne, mit der die Leipziger Messe Hardcoregamer und Gelegenheitsspieler gewinnen will. "Beide Zielgruppen sprechen wir nun durch zwei separate Werbemotive an", so Angela Schierholz. Mit "Come > Play" und dem Untertitel "Spiel, Spaß, Abenteuer, Wissen" wendet man sich an das breitere Allgemeinpublikum. "Plug > Play" mit dem Untertitel "Erlebe heute die Games von morgen" richtet sich an die Powergamer. Unverändert im Werbekonzept ist das bekannte Hauptmotiv: die Hände. "Der GC-Besuch soll in erster Linie Spaß machen. Wir wissen, dass unser Publikum jede Menge Humor hat. Dem wollen wir mit witzigen, manchmal skurrilen oder provokanten Sprüchen gerecht werden", sagt Schierholz. Citycards, Plakate, Anzeigen, Flyer, Prospekte und Radiospots sind nur einige Kommunikationsmittel, mit denen die Leipziger Messe die Menschen zum GC-Besuch motivieren will.

Auch verschiedene Promotionaktionen sind geplant. So wurde u. a. drei Wochen vor Messestart der Leipziger Hauptbahnhof in eine Spielhalle verwandelt. An zahlreichen Demostationen sämtlicher Hersteller konnten sich die Leipziger die Wartezeit bis zur Abreise verkürzen oder einen Zwischenstopp beim Shopping im Einkaufscenter des Hauptbahnhofs einlegen. Doch nicht nur die Organisatoren selbst unternehmen alles, um auch die dritte GC möglichst zu einem Erfolg zu machen. Das beste "Lockmittel" für Besucher ist wie bei jeder Messe das Angebot, das in den Hallen von den Ausstellern präsentiert wird. Und auch hier darf man die eine oder andere Überraschung erwarten, die von den Publishern geboten werden soll. Zwar halten sich die Aussteller bislang größtenteils noch mit Detailinformationen zu ihrem jeweiligen Auftritt dezent zurück, doch bereits jetzt steht fest, dass Zocker auf der GC viele Spiele erstmals überhaupt in Deutschland werden antesten dürfen. Rund 300 Premieren wird es laut Angela Schierholz geben. Und die sind das Salz in der GC-Suppe, die in diesem Jahr nach Möglichkeit erstmals über 100.000 Besucher in die Hallen des Leipziger Messegeländes locken soll.

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