Milliardenverlust durch Raubkopierer
Die IDSA hat zusammen mit dem Branchenverband International Intellectual Property Alliance die US-Regierung aufgefordert, insgesamt 50 Länder wegen fehlender Initiativen gegen die Raubkopiererszene anzumahnen und gegen einzelne Staaten sogar Sanktionen zu veranlassen.
Die Interactive Digital Software Association (IDSA) wurde bei einem weiteren Versuch, offizielle Hilfestellung im Kampf gegen Softwarepiraterie zu erhalten, bei der US-Regierung vorstellig. Wie die IDSA bekannt gab, hat man in Zusammenarbeit mit dem Unternehmensverband International Intellectual Property Alliance (IIPA) detailliertes Zahlenmaterial auf den Tisch gelegt. Die IIPA forderte die US-Regierung unter anderem auf, insgesamt 50 Länder wegen fehlender Initiativen gegen die Raubkopiererszene anzumahnen und gegen einzelne Staaten sogar Sanktionen zu erheben.
"Das weltweite Wachstum der US-Gamesindustrie ist umso bemerkenswerter, wenn man sich überlegt, dass dieses eigentlich in nur vier Märkten realisiert wird: Nordamerika, Westeuropa, Australien/Neuseeland und Japan. Es gibt aber mindestens 100 Länder, in denen es so gut wie keinen legalen Markt für unsere Produkte gibt. Das liegt einzig und allein an der dort vorherrschenden Produktpiraterie", sagte Doug Lowenstein, Präsident der IDSA. "Es ist bei weitem nicht übertrieben zu sagen, dass der US-Videospielindustrie keinerlei Grenzen gesetzt sind. Einzige Voraussetzung dafür ist, dass wir es schaffen müssen, die Softwarepiraterie in diesen für uns noch unerschlossenen Ländern auf ein erträgliches Maß zu senken."
Von der IDSA werden insgesamt 14 Länder als sehr problematisch eingeschätzt. Allein durch diese Länder entstehe der US-Industrie ein jährlicher Schaden von über 1,9 Mrd. Dollar. Als überproportional dramatisch sei dabei die Entwicklung in China und Korea zu sehn. Die Raubkopiererszene in diesen beiden Staaten verursache rund die Hälfte des Schadens von knapp zwei Mrd. Dollar.
Die Einschätzungen der IDSA sind auch in den von der IIPA jährlich erstellten "Special 301 Report" eingeflossen. Dieser Bericht erfasst die Erkenntnisse aller Industrievertretungen über die weltweite Produktpiraterie. Zu diesen Vertretungen zählen u. a. die Association of American Publishers (AAP), die Business Software Alliance (BSA), die Motion Picture Association of America (MPAA) und die Recording Industry Association of America (RIAA). Ein Ergebnis dieses Berichts ist eine Staatenliste, auf der die Länder mit der höchsten Produktpiraterierate aufgeführt werden. Der Schaden, der in diesen Ländern für die gesamte Unterhaltungsbranche entsteht, wird auf über neun Mrd. Dollar geschätzt.
Als Problemland Nummer eins gilt die Ukraine, gefolgt von Paraguay und China. Als einziges westeuropäisches Land steht Spanien unter genauer Beobachtung der IIPA.