MTG steigt bei InnoGames ein
Der schwedische Medienkonzern MTG hat den Kauf von 35 Prozent an InnoGames angekündigt. MTG, die 2015 bei Turtle (ESL) und Dreamhack eingestiegen sind, hat bis September 2017 die Option auf den Kauf weiterer 16 Prozent. Bezahlen wird MTG für die Anteile rund 91 Mio. Euro.
Das schwedische Medienunternehmen Modern Times Group (MTG) steigt nun auch ins Spielepublishing ein. Wie das Unternehmen heute mitteilt, wurde ein Abkommen über den Kauf von insgesamt 35 Prozent aller Anteile an InnoGames beschlossen. Verkäufer der Anteile ist das VC-Unternehmen Eight Roads Ventures sowie die Gründer selbst. Dank der in Schweden gelebten Offenheit, auch was Zahlen betrifft, sind alle Eckpunkte des Deals bekannt.
So wurde der Firmenwert von InnoGames auf 260 Mio. Euro angesetzt. MTG bezahlt also rund 91 Mio. Euro für die Anteile. Der Firmenwert entspricht laut MTG etwa dem 2,1-fachen des für 2016 prognostizierten Umsatzes und das 10,4-fache des prognostizierten EBITDA.
Der Kauf findet in zwei Tranchen statt. Im 4. Quartal 2016 übernimmt MTG 21 Prozent der Anteile, im 1. Quartal 2017 dann weitere 14 Prozent. Zudem hat MTG eine Option für den Kauf von weiteren 16 Prozent zum gleichen Preis, was InnoGames zu einem 51-prozentigen Tochterunternehmen von MTG machen würde. Die Option hat eine Laufzeit bis Ende September 2017.
Für MTG hebt der Einstieg bei InnoGames das Engagement im Gaming-Segment auf ein neues Level. Die Schweden, Betreiber von Free- und Pay-TV-Stationen in Skandinavien und dem Baltikum, haben vor Jahren Gaming und eSport als Programminhalt für sich entdeckt und 2014 mit einen eigenen eSport-Streaming-Sender gestartet. 2015 forcierte MTG sein Engagement und sowohl bei Turtle Entertainment, Betreiberin der ESL, als auch der schwedischen ein. Beide Investitionen standen also in direktem Zusammenhang mit eSport. Der Einstieg bei InnoGames erweitert das Feld nun um den Bereich Publishing. MTG ist damit gewissermaßen ähnlich für den eSport aufgestellt wie Activision, die sich vom Publishing kommend in den eSport-Ligenbetrieb einkauften und die MLG Anfang 2016 übernahm.