GamesMarkt.de sprach mit Dr. Hans-Juergen Richter, Rechtsanwalt und Interims-Vorstandsvorsitzender der Spielwarenmesse eG, über die Konsequenzen von Nintendos Entscheidung, 2003 nicht in Nürnberg auszustellen.

GamesMarkt.de: Wie beurteilen Sie die Entscheidung von Nintendo?

Dr. Hans-Juergen Richter: Letztlich hat sie uns nicht wirklich überrascht. 2001 stand für Nintendo der Start des Game Boy Advance, 2002 der Start von GameCube an. Im kommenden Jahr sind hingegen keine ähnlich großen Premieren bei Nintendo absehbar. Natürlich hätten wir uns trotzdem gewünscht, dass Nintendo in Nürnberg ausstellt. Nicht zuletzt da das Unernehmen nach eigenen Aussagen 2001 ein Ordervolumen von rund 125 Mio. Euro erzielte. Dies allein ist schon Beleg, welchen Nutzwert die Spielwarenmesse hat.

GM: Warum ist es so schwer, die Interactive-Anbieter nach Nürnberg zu bekommen?

Richter: Man muss das Messeumfeld betrachten: Da wäre einmal die E3, die Leitmesse in Los Angeles. Dort herrscht auf Ausstellerseite eine hohe Stabilität. Bei allen anderen Messen gab und wird es immer wieder Fluktuationen geben.

GM: Ändert Nintendos Absage die Strategie der Spielwarenmesse eG?

Richter: Nein, wir wollen den Herstellern von Computer- und Videospielen auch künftig eine leistungsfähige und vor allem internationale Plattform anbieten. Dieses Ziel werden wir auch nicht aufgeben.

GM: Bleibt Halle 8 also die Interactive-Halle?

Richter: In den kommenden Wochen werden wir uns intern Gedanken machen, wie wir das Potenzial des Interactive Entertainment weiter nutzen können. Wir werden auch viele weitere Gespräche mit verschiedenen Unternehmen führen. Wir wollen allen Teilnehmern der Spielwarenmesse aus dem Interactive-Segment einen Auftritt ermöglichen, bei dem sie sich wohl und gut dargestellt fühlen. Ob dies in Halle 8 oder in einer anderen Form sein wird, werden wir erst noch entscheiden.st

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