Bei der CES 2023 hat Nvidia nicht nur die GeForce RTX 4070 Ti für Desktop-PCs angekündigt, sondern auch neue GPUs für Laptops und mehr DLSS-Games. Der Streaming-Dienst "GeForce Now" bietet demnächst eine Upgrade-Möglichkeit auf Server mit RTX-4080-GPUs.

Nvidia hat auf der CES 2023 einige Neuheiten vorgestellt, dazu gehören die GeForce RTX 4070 Ti für Desktop-PCs, 40er-GPUs für Laptops auf Basis der Ada-Architektur, RTX-4080-Leistung auf GeForce Now und Updates für Creator.

**RTX 4070 Ti und DLSS 3 & Reflex ** Angekündigt wurde, wenig überraschend, die GeForce RTX 4070 Ti mit 12 GB GDDR6X-Speicher als neue Grafikkarte für Desktop-PCs. Sie soll dank der Ada-Lovelace-Architektur und DLSS 3 bis zu dreimal schneller als die GeForce RTX 3090 Ti sein und dabei ungefähr halb so viel Strom verbrauchen. Nvidia richtet diese Grafikkarte an PC-Spieler:innen, die ihre 1440p-Monitore mit hoher Bildwiederholrate ausreizen möchten - sowie an Videobearbeiter:innen, die ihre Rendering-Zeiten mit zwei AV1-Encodern verkürzen möchten. Entsprechende Karten von AIC-Partnern sind ab dem 5. Januar 2023 zu einem Preis ab 899 Euro erhältlich. Eine Founders-Edition von Nvidia gibt es nicht. Es ist wahrscheinlich, dass die RTX 4070 Ti die einst geplante und dann eingestellte RTX 4080 mit 12 GB Speicher war, nur 200 Euro günstiger.

Die KI-gestützte Upscaling-Technologie DLSS findet größere Verbreitung. DLSS nutzt KI und Tensor-Cores der RTX-GPUs, um die Bildrate zu erhöhen und gleichzeitig die Bildqualität zu optimieren. DLSS 3 wurde im Oktober veröffentlicht und bietet die neue Frame-Generation-Technologie, die DLSS-Leistungssteigerungen von bis zu 4x (laut Nvidia) gegenüber dem nativen Rendering ermöglicht. Stark vereinfacht: Zwischen zwei gerenderten Frames erstellt die KI ein neues Bild, das noch vor dem zweiten gerenderten Frame ausgegeben wird. DLSS 3 ist in 17 Spielen verfügbar, weitere 33 Spiele und Apps sind auf dem Weg. DLSS ist in über 250 veröffentlichten Spielen und kreativen Apps nutzbar. Zu den auf der CES 2023 angekündigten neuen Titeln mit DLSS-3-Unterstützung gehören: "Marvel's Midnight Suns", "The Day Before", "Throne and Liberty", "Witchfire", "Atomic Heart", "Warhaven", "Dakar Desert Rally", "The Cycle: Frontier", "Conqueror's Blade", "Tower of Fantasy" und "Ill Space". DLSS 2 werden "Dead Space", "Judgment" und "Lost Judgment" unterstützen.

Auch Nvidia Reflex, das übrigens für die Verwendung von DLSS 3 erforderlich ist, um die Latenz durch die Frame-Generierung zu reduzieren, war ein Thema auf der CES 2023. "Reflex ermöglicht es GeForce-Spielern, die Systemlatenz um bis zu 50 Prozent zu reduzieren, um ein möglichst reaktionsschnelles Spielerlebnis auf jeder Plattform zu ermöglichen. Auf der CES wurde bekannt gegeben, dass "Party Animals" von Recreate Games und Source Technology in die Reflex-Liste aufgenommen wurde, womit sich die Zahl der veröffentlichten Spiele, die Nvidia Reflex unterstützen, auf über 50 erhöht", so Nvidia. Ebenfalls angekündigt wurde der neue Alienware 500-Hz-Nvidia-G-Sync-Gaming-Monitor AW2524H mit Reflex. Es handelt sich um ein Display mit 24,5 Zoll und 1080p-Auflösung. Er ist zusammen mit dem 24-Zoll-1080p-G-Sync-Reflex-Display Asus Rog Swift Pro PG248QP 540Hz erhältlich.

**RTX-4000er-Reihe in Laptops und Notebooks ** Grafikprozessoren auf Basis der Ada-Architektur, aus der RTX-4000er-Reihe, werden demnächst in Laptops und Notebooks verfügbar sein. Entsprechende Geräte sollen bis zu dreimal energieeffizienter als die Vorgängergeneration sein, unter anderem dank der fünften Generation der Max-Q-Technologie und entsprechenden Optimierungen. Gamer:innen wird eine bis zu vierfache Leistung in AAA-Spielen wie "Cyberpunk 2077" mit vollem Raytracing und dem neuen RT-Overdrive-Modus versprochen, natürlich mit dem KI-Upscaler DLSS 3. Kreative sollen von Beschleunigung für exklusive Studio-Apps wie "Omniverse" und Apps wie "Blender" profitieren.

"Mit der Ada-Architektur haben wir uns vorgenommen, die Leistung und Energieeffizienz von Gaming- und Kreativ-Laptops zu verändern", sagt Jeff Fisher, Senior Vice President des GeForce-Geschäfts bei Nvidia. "Die neue RTX-40er-Serie liefert Performance der Hochleistungs-Klasse in Laptops, die so schlank wie 14 Zoll sind - ein neuer Meilenstein."

Die Flaggschiff-Laptops der RTX-40-Serie (RTX 4090 und RTX 4080) beginnen bei einem Kostenpunkt ab 2.000 Dollar und sind ab dem 8. Februar erhältlich, X090-Laptop-GPUs gab es bisher übrigens nicht. Die RTX-4070-, 4060- und 4050-Laptops sollen schneller als das Flaggschiff der letzten Generation sein und nur ein Drittel der GPU-Leistung benötigen. RTX-4050-Notebooks beginnen bei 1.000 Dollar und sind ab dem 22. Februar verfügbar.

Nvidia hebt besonders 14-Zoll-Laptops hervor, das nach eigenen Angaben "am schnellsten wachsende Notebook-Segment", das bislang größtenteils auf grundlegende Aufgaben, Games und Anwendungen beschränkt war. Das soll sich mit den neuen RTX-GPUs ändern. Die Notebooks der GeForce-RTX-40er-Serie sind ab dem 8. Februar erhältlich, darunter Acer, Alienware, Asus, Dell, Gigabyte, HP, Lenovo, MSI, Razer und Samsung. Sie werden auch von lokalen Herstellern und Systementwicklern erhältlich sein, darunter CyberPower PC, Eluktronics, Hasee, PC Specialist 3XS by Scan und Schenker. Weitere werden im ersten Quartal folgen.

**RTX-4080-Upgrade für GeForce Now ** Für den Cloud-Streaming-Dienst "GeForce Now" ist die "Ultimate"-Mitgliedschaft auf Basis von GeForce-RTX-4080-GPUs angekündigt worden. "Angetrieben von der Nvidia-Ada-Lovelace-Architektur, liefern die aktualisierten GeForce-NOW-RTX-4080-SuperPODs über 64 Teraflops an Grafikleistung für einen einzelnen Nutzer", schreibt das Unternehmen. Das ist fast die doppelte Leistung der vorherigen Generation der SuperPODs. Erstmals werden auch Ultrawide-Monitore mit einer Auflösung von bis zu 3.840x1.600 unterstützt, darunter viele Varianten wie 3440x1440 und 2560x1080.

Möglich sind 4K-Gaming mit 120 fps und 240 fps, bei niedrigerer Auflösung, aus der Cloud mit vollem Raytracing und DLSS 3. Mit Nvidia Reflex soll GeForce Now eine Klick-zu-Pixel-Latenz von unter 40 Millisekunden erreichen. Nvidia spricht diesbezüglich von einer Premiere im Cloud-Gaming, unter bestimmten Voraussetzungen: "Der Nvidia-Reflex-240-fps-Modus bringt die Frame-Pacing-Technologie in die Cloud, die die Ausführung von Spielsimulation, Rendering und Kodierung auf dem Server optimiert. In Verbindung mit einem Nvidia-G-Sync-Monitor variiert GeForce Now erstmals die Streaming-Rate zum Client und liefert bei Reflex-fähigen Spielen flüssige und sofortige Frame-Updates auf den Client-Bildschirmen, was die Gesamtlatenzzeit weiter verringert."

"Nvidias Ada-Architektur ist ein großer Sprung in der Grafikqualität, und mit GeForce Now streamen wir ein RTX-4080-Erlebnis auf mehr Geräte und mehr Gamer als je zuvor", sagt Jeff Fisher, Senior Vice President of GeForce bei Nvidia. "GeForce Now Ultimate-Mitglieder haben die Technologie und die Leistung, um selbst die anspruchsvollsten Spiele in ihrer vollen Raytraced-Pracht zu erleben."

Die Server sollen Ende des Monats in Nordamerika und Europa in Betrieb gehen. Bisherige GeForce-Now-RTX-3080-Mitglieder werden auf die Ultimate-Mitgliedschaft aufgestuft. Der monatliche Preis für neue Nutzer:innen beträgt 19,99 Euro. Priority-Mitgliedschaften sind weiterhin ab 9,99 Euro pro Monat verfügbar.

Mittlerweile können über 1.500 Spiele auf GeForce Now gespielt werden, unter anderem via Steam sowie Epic und den Launchern von Ubisoft und Electronic Arts. Zu den verfügbaren Games gehören unter anderem "Marvel's Midnight Suns", "Warhammer 40.000: Darktide" und "The Witcher 3: Wild Hunt" mit Next-Gen-Update sowie Free-to-play-Titel wie "Destiny 2", "Fortnite", "Genshin Impact", "Lost Ark" und "Apex Legends".

**Neuigkeiten für Kreative (laut Nvidia) ** "-Omniverse wird um Erweiterungen für Blender, eine neue Reihe experimenteller generativer KI-Tools für 3D-Künstler und Tausende neuer, kostenloser Universal Scene Description (USD)-Assets erweitert.

-NVIDIA-RTX-Remix, das auf Omniverse aufbaut, wird bald in den Early Access gehen. Die kostenlose Modding-Plattform bietet Tools zum schnellen Erstellen und Teilen von Mods für klassische Spiele mit vollständigem Raytracing, verbesserten Materialien, DLSS 3 und NVIDIA Reflex.

-Broadcast fügt neue Funktionen hinzu. Unter diesen Neuerungen sind Augenkontakt und Vignette, sowie Verbesserungen für die beliebte Funktion des virtuellen Hintergrunds, die zeitliche Informationen für mehr Stabilität hinzufügt.

-Canvas führt 360-Grad-Bilder ein, die als Umgebungskarten in 3D-Anwendungen verwendet werden können.

-Darüber hinaus gibt es noch RTX-Super-Resolution, eine Funktion, die KI nutzt, um die Qualität des Video-Streamings zu verbessern. Diese Verbesserungen werden erreicht, indem blockartige Kompressionsartefakte entfernt und die Videoauflösung hochskaliert wird. Video-Super-Resolution wird auf den GeForce-RTX-40- und -30-GPUs mit der Februar-Veröffentlichung der Browser Chrome und Edge verfügbar sein."

Marcel Kleffmann

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Marcel Kleffmann
Marcel Kleffmann is Chief of Content of GamesMarket and our B2B and B2C expert for hardware, market data, products and launch numbers with more than two decades of editorial experience.