Nintendo GameCube unter der Lupe
Die Würfel sind am Fallen
Am 3. Mai tritt Nintendo endlich die 128-Bit-Konsolen-Ära ein. Im Unterschied zu den multimedialen Zukunftsvisionen der Konkurrenz verweisen die Japaner bewusst darauf, sich beim GameCube auf das konzentrieren zu wollen, worauf es bei einem Videospielsystem letztlich ankommt: pures Spielvergnügen ohne Wenn und Aber. Der GCN besitzt zwar keine DVD-Videofunktion, den Möglichkeiten des Internets will sich Nintendo hingegen nicht verschließen. So verfügt der kleine Würfel über entsprechende Steckplätze für ein 56K-Modem bzw. einen Breitbandadapter, die allerdings separat erworben werden müssen. Zusätzlich stehen via Linkkabel Anschlussmöglichkeiten für das hauseigene Handheld Game Boy Advance zur Verfügung. Der GBA kann als Controller genutzt werden bzw. zum Datenaustausch für Spielstände oder Charaktere dienen. Der GameCube wird zum Preis von 199 Euro als günstigste Next-Generation-Konsole in die Läden kommen. Neben der kleinen und kompakten Bauweise sticht vor allem die peppige Farbgebung auf Anhieb ins Auge.
Pures Spielvergnügen ohne Wenn und Aber
An der Frontseite wurden vier Controller-Ports sowie zwei Einschübe für Memory Cards angeordnet. Konzipiert als Toploader, werden die Speichermedien über eine Klappe auf der Oberseite der Konsole ins Laufwerk eingelegt. Neben dem Button für die Laufwerksklappe befindet sich eine Power- und Reset-Taste. Rückseitig ist eine Trageschlaufe angebracht. Vorhanden sind jeweils ein analoger und digitaler AV-Ausgang für den Anschluss am TV-Gerät, HDTV oder 5-Zoll- LCD-Display. Erfreulicherweise verfügt der PAL Game- Cube, im Vergleich zu US- und japanischen Geräten, über einen RGB-Ausgang für die bestmögliche Bildqualität am heimischen Fernseher. Selbst ein 60-Hz-Modus wurde integriert. Hierzu muss während des Bootvorgangs lediglich der B-Button am Controller gedrückt werden. Alternativ besteht die Möglichkeit, das Bild über eine VGA-Box auf dem PCMonitor auszugeben, womit zwar eine entsprechend feinere Auflösung erzielt wird, das typische Nintendo-Flair jedoch verloren geht. Im Innern des GameCube arbeitet ein in 0.18-Micron-Kupferdraht- Technologie gefertigter
Hardware-Facts
CPU: 485 MHz IBM Power PC
"Gekko" Chip
Grafikchip: 162 MHz ATI
"Flipper" Chip
Systemspeicher (RAM): 40 MB
Hauptspeicher: 24 MB MoSys
1T-SRAM
Speicherbandbreite: 2,6 GB/Sek.
Hardwarekompression Texturen: S3TC (6:1)
Speichermedien: 1,5 GB Disc
4MB Digicard
Anschlüsse:
4x Controller
2x Memory Card
1x Analog AV-Ausgang
1x Digital AV-Ausgang
2x High Speed Serial Port
1x High Speed Parallel Port
Audiokanäle: 64, ADPCM
Kodierung
3D-Audiohardware:
DolbyProLogic II
Hardware-Audiofilter: Ja
Modem/Breitbandanschluss:
Optional
DVD Player: Nein
Abmessungen: 15 cm (Breite)
x 11 cm (Höhe) x 15,5 cm (Tiefe)
Launchtermin: 3. Mai 2002
Verkaufspreis:
(voraussichtlich) 199 Euro
"Gekko" IBM Power-Prozessor mit 485 MHz Taktfrequenz. Der Arbeitsspeicher setzt sich aus 24 MB 100 MHz 1T-SRAM und 16 MB DRAM zusammen. Der mit 162 MHz getaktete "Flipper"-Grafikchip von ATI stellt weitere 2 MB Frame Buffer sowie 1 MB Texturspeicher zur Verfügung. Generell arbeitet der GameCube mit sechsfach komprimierten Texturen, die in Echtzeit dekomprimiert werden.
Optisch auf der Höhe der Zeit
Dank vielfältiger Grafikeffekte wie Fog, Subpixel Anti-Aliasing, Bilinear Filtering, Alpha Blending, Virtual Texture Design, Multi Texture-, Bump-, Environment- und Mip Mapping zeigen sich bereits die Launchtitel optisch auf der Höhe der Zeit. Ein spezieller 101,25 MHz 16-bit-DSP-Soundprozessor erlaubt die Ausgabe von maximal 64 Kanälen mit einer Sampling-Frequenz von 48 kHz. Die Konsole unterstützt "Dolby PrologicII"; ihre Klangqualität wird durch das kaum vernehmbare Lüftergeräusch nicht beeinträchtig. Nintendo hat sich als Speichermedium für eine 8-cm-Optical Disc von Matshushita entschieden. Nicht zuletzt will man mit dieser Entscheidung Raubkopierern einen Riegel vorschieben. Das kompakte Format mit einer Speicherkapazität von 1,5 GB hat den Vorteil schneller Zugriffszeiten durch kurze Wege. Da der GameCube zudem Discwechsel unterstützt, sollten auch umfangreiche FMV-Sequenzen die Konsole vor keinerlei Probleme stellen. Spielstände werden grundsätzlich auf briefmarkenkleinen 4 Mbit-Digicards archiviert. Mit einem optionalen Adapter lassen sich auch SDCards verwenden, die über eine Speicherkapazität von 64 MB verfügen.