Paul Sams von "World Of WarCraft"-Entwickler Blizzard Entertainment ist davon überzeugt, dass der Markt für Onlinerollenspiele nahezu gesättigt ist. Die Titelflut führe zwangsläufig zu Gewinneinbußen.

Der weltweite Markt für Onlinerollenspiele ist nahezu gesättigt. Dieser Meinung sind mittlerweile einige Vertreter der Onlinespielebranche. Gegenüber dem "Handelsblatt" sagte Paul Sams, der bei "World Of WarCraft"-Entwickler Blizzard für das operative Geschäft zuständig ist: "Es gibt keine reelle Chance, mit den zahlreichen angekündigten Mehrspielerrollenspielen im Internet wirklich Geld zu verdienen." Dafür spräche, dass z.B. "Guild Wars"-Publisher NCsoft im zweiten Quartal Gewinneinbußen hinnehmen musste. Der gänzlich auf das Onlinegeschäft fokussierte koreanische Anbieter hatte vor allem mit der Performance von "Auto Assault" zu kämpfen, das international hinter den Erwartungen blieb.

Paul Sams schätzt, dass der Markt für Onlinerollenspiele weltweit ein Potential von 10 bis 12 Mio. Gamern hat. Jedoch steigen die Spielerzahlen nicht in dem Maße, wie die Anzahl der angebotenen Titel. Laut Jeong Kim vom Verband Korean IT Industry Promotion Agency (KIPA) hat der Markt für Onlinespiele ein Volumen von 4 Mrd. Dollar und findet zu 63 Prozent in Asien statt. Korea habe mit 30 Prozent Gesamtmarktanteil die Spitzenstellung inne. Da der Markt des ostasiatischen Landes jedoch gesättigt sei, expandierten viele koreanische Unternehmen ins Ausland. "Wenn wir uns den Markt ansehen und 'World Of Warcraft' ausklammern, geht es bereits bergab", stützt auch Midway-CEO David Zucker die These. Dennoch wird der Publisher mit "Der Herr der Ringe Online", das hierzulande über Codemasters erscheinen wird, demnächst selbst in den Markt einsteigen.

Share this post

Written by