In einer neuen Studie zeigt Datamonitor die extremen Probleme und Gefahren auf, mit denen die osteuropäische Softwareindustrie zu kämpfen hat.

Das Marktforschungsinstitut Datamonitor hat eine neue Studie mit dem Titel "Softwarepiraterie in Osteuropa" vorgestellt. Der Tenor der Studie ist erschreckend: Laut den Marktforschern ist die Anzahl der Raubkopierer im Osten Europas fast doppelt so hoch wie in Westeuropa.

Der Anteil von Raubkopien an im Umlauf befindlicher Software belaufe sich derzeit auf 64 Prozent. Bis 2004 entstehe den osteuropäischen Staaten durch die Produktion und den Verkauf von illegaler Software somit ein Schaden von bis zu 27 Mrd. Dollar. Falls man, so Datamonitor, das Verhältnis von legaler zu illegaler Software auf das westeuropäische Niveau von derzeit 66 zu 34 Prozent drücken könnte, würde dies einen gewaltigen Aufschwung für die Softwareindustrie im Besonderen, aber auch für die osteuropäischen Staaten im Allgemeinen bedeuten.

So entstünden nach Meinung der Marktforscher für jeden Prozentpunkt, um den die Softwarepiraterie eingedämmt werde, 6500 neue Arbeitsplätze in der Softwareindustrie. In der Folge bedinge zudem jeder neue Arbeitsplatz in der Softwareindustrie vier neue Stellen in anderen Branchen. Derzeit werden in Osteuropa lediglich 1,4 Mrd. Dollar pro Jahr mit legaler Software umgesetzt. Bis zum Jahr 2004 werde dieser Betrag voraussichtlich auf 2,3 Mrd. Dollar steigen. Sollte es gelingen, die Piraterierate an westeuropäische Verhältnisse anzupassen, könnten 2004 sogar 6,6 Mrd. Dollar umgesetzt werden.

Auch die Regierungen der betroffenen Staaten sollten ein Interesse an der strengeren Auslegung der Copyright-Gesetze und an der rigorosen Verfolgung von Softwarepiraterie haben. Im Jahr 2000 hat die Softwareindustrie 900 Mio. Dollar an Staatseinkünften generiert. Unter dem gegenwärtigem Niveau würden diese Einnahmen bis 2004 auf 1,4 Mrd. Dollar steigen. Wiederum gilt: Sollte der Anteil an illegaler Software auf 34 Prozent gedrückt werden, könnten auch die Staatskassen sich über Mehreinnahmen von 1,1 Mrd. Dollar freuen. Sollte sich die Situation 2004 allerdings immer noch so darstellen wie heute, könnte sich der Schaden für das Bruttosozialprodukt der osteuropäischen Länder auf 27 Mrd. Dollar kulminieren.

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