"OutRun 2": Wer bremst, verliert!
Sega bringt eine Fortsetzung des Arcade-Klassikers exklusiv auf die Xbox und pokert mit einem Onlinemodus um die Gunst der Racingfans.
Anno 1986 brachte Sega die Rennsimulation "OutRun" als Spielautomat und drei Jahre später für Heim-PCs auf den Markt. Da der Titel Lorbeeren ernten konnte, gab es zwei Nachfolgeversionen ("Turbo OutRun" und "OutRun Europe"). Mit "OutRun 2" bringt Atari am 30. September eine onlinefähige Neuauflage für Microsofts Xbox. Wie zuvor, konzentriert sich Sega auf eine spaßig-unbeschwerte Flitzerei im Arcadestil. So hat man die Funktionen des Controllers im Handumdrehen verinnerlicht und freut sich über den Fahrer am Steuer, der hin und wieder lässig seinen linken Arm auf die Tür seines Kabrios legt. An seiner Seite - wie sollte es auch anders sein? - sitzt die Allerliebste.
Im Modus "Heart Collect" hat sie die Pantoffeln an: Ihr Chauffeur muss über eine farbig markierte Strecke fahren, Leitkegel, die zur Straßenabsperrung dienen, entfernen und waghalsige Drifts hinlegen. Selbstverständlich nur, um von der Angebeteten im Gegenzug etliche Herzen geschenkt zu bekommen. Ist die simple Mission erfolgreich absolviert worden, erhält der Spieler beispielsweise neue Karten oder schaltet Artwork frei. Da Ferrari als offizieller Sponsor mit von der Partie ist, verwundert es wenig, dass im Bonusmaterial Fan-Stuff zu Rennprofi Michael Schumacher versteckt ist. Dies dürfte eine jüngere Zielgruppe ansprechen, während "OutRun" ja vor allem älteren Zockern ein Begriff ist.
Sollte es jedoch mal nicht so gut laufen, kann die Beifahrerin ganz schön garstig werden. Ganz im Stil von "Crazy Taxi" beginnt sie zu meckern und die Arme in die Luft zu werfen; am Ende geht sie dem Fahrer mitunter an die Gurgel. Nicht nur inhaltlich, sondern auch in puncto Präsentation erinnert "OutRun 2" an die rasante Taxisim aus gleichem Hause: Die Klänge beim Einsammeln von Herzen und die Stimme der Begleiterin lassen einen sofort an das Sounddesign aus "Crazy Taxi" denken - obgleich Hitmaker nicht für die "OutRun 2" verantwortlich zeichnet, sondern der britische Entwicler Sumo Digital. Derjenige Typ von Spieler, der sich entspannt auf dem Sofa zurücklehnen möchte, kann dies tun, wenn er im "Rivals Race"-Modus ausgiebig durch die detaillierten Landschaften düst. Die gelungenen Umgebungen reichen von der altbekannten Strandpromenade und nebligem Wald über weitläufige Brücken bis hin zu Metropolen wie etwa Athen, Kairo oder Paris. Weitere Modi sollen für Abwechslung sorgen, darunter auch Onlinerennen via Xbox Live.
Offline dürften die "Ghost Car"-Herausforderung gegen maximal zwei Geistfahrer langfristig fesseln. Für das kleine Spiel zwischendurch hat "OutRun 2" genug zu bieten, zumal der Einstieg kinderleicht ist. Selbiges lässt sich sagen, wenn der Flitzer nach einer Karambolage oder dem Crash gegen eine Leitplanke wieder in Nullkommanichts exakt auf der Strecke steht und Gas gegeben werden darf.