Steam Deck soll 2023 die drei Millionen Verkäufe überschreiten
Die installierte Steam-Deck-Basis soll 2023 die Marke von drei Millionen übersteigen. Gemäß der Marktforschenden von Omdia werden die Verkaufszahlen im Vergleich zu 2022 um 14 Prozent steigen. PC-Gaming-Handhelds sollen ein Nischenmarkt bleiben, aber Valve Software plant wohl, SteamOS für andere Anbieter zu öffnen.
Die britischen Marktforscher:innen von Omdia, zugehörig zu Informa, erwarten, dass im Laufe des Jahres die Marke von drei Millionen verkauften Steam Decks deutlich überschritten wird. Bis Ende 2023 sollen knapp 3,5 Millionen PC-Gaming-Handhelds von Valve Software in Umlauf sein. Das Handheld, dessen Markteinführung Ende Februar 2022 mit Lieferproblemen zu kämpfen hatte, zählte demnach 1,62 Millionen Verkäufe im vergangenen Jahr. Für dieses Jahr wird eine Steigerung um 14 Prozent auf rund 1,85 Millionen Verkäufe erwartet. Es ist der erste Bericht von Omdia über das Steam Deck. "Es ist offensichtlich, dass das Steam Deck eine Nische in der PC-Gaming-Landschaft bleibt", kommentiert James McWhirter, Senior Analyst für den Bereich Games bei Omdia. "Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass dies Valve von seinen Plänen abbringt, die über den reinen Verkauf von Hardware-Units hinausgehen."
Vielmehr wird erwartet, dass Valve Software sein Betriebssystem SteamOS, das auf dem SteamDeck eingesetzt wird, voraussichtlich im Verlauf des Jahres der Öffentlichkeit zugänglich machen wird. Dadurch sollen Unternehmen, die konkurrierende Handheld-PCs herstellen, das Gaming-First-Betriebssystem von Valve für ihre eigenen Geräte übernehmen können. Traditionelle Hersteller (OEMs) von Gaming-PCs sollen dadurch die Möglichkeit bekommen, in diese neue Produktkategorie einzusteigen, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Dennoch wird es eine Nischenkategorie bleiben. Laut McWhirter sei die relativ kleine installierte Basis kein Grund zur Sorge, schließlich würde sich Valve Software auf die Verbesserung von SteamOS konzentrieren, zumal das auf Linux basierende Betriebssystem es ermöglicht, "einen Großteil der Steam-Games vom Windows-Betriebssystem" zu nutzen. "Valve zielt darauf ab, seinen adressierbaren Markt mit Steam auf Chromebooks und Tesla-Fahrzeuge auszudehnen, jetzt, wo die Abhängigkeit von Windows verringert wurde", so McWhirter.
Omdia bezeichnet das Steam Deck als eine ungenutzte Nische: der tragbare Gaming-PC, der auch für AAA-Titel zu gebrauchen ist. Als Beispiele werden "Hogwarts Legacy" und "Elden Ring" genannt, wobei die große Gamesbibliothek auf Steam ebenfalls als Vorteil bewertet wird. Als Schwachpunkte werden die begrenzte Präsenz im Einzelhandel (nur Vertrieb via Steam) und einige Einschränkungen bei wichtigen Games erwähnt. So sind "Call of Duty: Modern Warfare II" und "FIFA 23" nicht auf dem Gerät verfügbar, da zum Beispiel für Windows maßgeschneiderte Anti-Cheat-Lösungen auf dem Handheld nicht unterstützt werden.
Nach dem Erfolg von Valve Software mit dem Steam Deck haben andere Hersteller ähnliche Geräte wie den AyaNeo 2 oder den One X Player 2 auf den Markt gebracht. Asus arbeitet aktuell am Rog Ally, der auf Windows 11 basiert und auch auf den europäischen beziehungsweise deutschen Markt kommen wird. Razer setzt derweil auf ein Android-Gaming-Handheld für Cloud-Gaming, ähnlich wie Logitech G mit dem Cloud-Gaming-Handheld.