Auf der ECTS avancierte die Engine "Codecreatures" zum Star der Messe. Brilliert haben die Macher aus der Phenomedia-Gruppe nicht nur mit der Technologie, auch das Businessmodell für die Vermarktung von "Codecreatures" ist innovativ und viel versprechend.

Knapp drei Jahre lang hat das Entwicklerteam von codecult, einem Unternehmen der Phenomedia-Gruppe, für die Fertigstellung der "Codecreatures"-Spiel-Engine gebraucht. Das Team, das inzwischen auf 13 Programmierer angewachsen ist, kann mit dem Ergebnis zufrieden sein. Auf der eher trägen ECTS 2001 war die Engine eines der wenigen Highlights. Ein Grund für die hohe Qualität der Engine dürfte in der Nähe zu den potenziellen Anwendern liegen. Innerhalb der Phenomedia-Gruppe arbeiten auch zahlreiche Spieleentwickler, die "Codecreatures" auf Herz und Nieren testen konnten.

"Wir wollen zur Spitze gehören"

"Man lernt am besten durch den praktischen Einsatz der Anwendung und den daraus resultierenden Fehlern. Diese Früherkennung sorgt für eine effektive Q&A", erklärt Stefan Heinemann, zuständig für den Vertrieb der Engine. Zum Star der Messe wurde "Codecreatures" aber nicht nur wegen der Leistung. Auch das Businessmodell überraschte. Es gibt drei verschiedene Preismodelle: Angefangen bei einer kostenlosen "Community Edition", die nur den Editor enthält, über die "Professional Edition" bis hin zur "Enterprise Edition". Die Professional Edition kostet bei einem Royalty-Sharing-Modell 27.000 Dollar und bietet einen begrenzten Support. Die "Enterprise Edition" kosten 100.000 Dollar, ein Jahr Support inklusive.

"Wir glauben, mit diesem Modell den Kunden eine optimale Möglichkeit der Ausgestaltung zu bieten", so Heinemann. codecult liegt damit deutlich unter den Preisen der zwei großen, den Markt beherrschenden Engines "Unreal" und "Quake". Die Phenomedia-Tochter erhofft sich durch diese Preispolitik höhere Absätze. "Es wird noch etwas dauern, bis,Codecreatures" sich im Markt so etabliert hat, dass wir nicht nur durch Qualität überzeugen, sondern den Imagevorsprung von,Unreal" und,Quake" auch von der Vermarktungsseite her eingeholt haben", erklärt Heinemann die Strategie von codecult. Ein weiterer Grund, der für ein möglichst günstiges Geschäftsmodell spricht, ist der meist eher begrenzte finanzielle Background kleinerer Entwickler. Diese hätten mit "Codecreatures" nun die Möglichkeit, ihre oftmals sehr guten Produktideen auch mit einer State-of-the-Art-Technologie zu realisieren.

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