Mit einem neuen Warensicherungssystem will PRO.LOC dem Ladendiebstahl im Spiele-, aber auch im DVD-Bereich entgegentreten. Mittels einer Plastiklasche werden beim Red-Tag-System herkömmliche DVD-Verpackungen so verschlossen, dass der Datenträger bricht, falls man ihn gewaltsam zu entfernen versucht.

Wenn in der Spielebranche von Diebstahl die Rede ist, dann sind meistens Raubkopien gemeint. Doch wie bei allen anderen Produkten gibt es auch bei Medienprodukten wie Games, Video-DVDs und Musik das Problem des Ladendiebstahls. Eine neue Lösung bringt nun das Unternehmen PRO.LOC mit dem so genannten Red-Tag-System auf den Markt. Es handelt sich dabei um eine rote Plastiklasche, die in handelsübliche DVD-Hüllen eingeschoben wird und damit für Spiele, aber auch für Spielfilm-DVDs und Musikvideos geeignet sind. Durch die Plastiklasche wird die Hülle fest verschlossen. Auch der Druckknopf zur Entnahme der DVD ist blockiert. "Die DVD würde brechen, wenn man sie entfernen würde", sagt PRO.LOC-Geschäftsführer Dieter Tessmer.

Speziell diese Eigenschaft macht Red Tag nach Ansicht Tessmers auch für Videothekare interessant, denn sie könnten die DVD samt Originalverpackung im Regal belassen. Bei einem Ausleihvorgang müsste lediglich die Plastiklasche entfernt werden und nicht der Datenträger, wie oft üblich, aus einem separaten Schrank herausgesucht werden. Dem Einzelhandel biete Red Tag einen weiteren Vorteil: Der Sicherheitsstreifen, der bislang außen auf die Hülle geklebt wurde, befindet sich nun innerhalb der Hülle und kann nicht abgekratzt werden. Mittels eines Entsicherungsgeräts können die Red-Tag-Laschen an der Kasse einfach entfernt und wiederverwendet werden. Tessmer ist überzeugt, mit Red Tag ein System anzubieten, das den bisherigen Warensicherungssystemen überlegen ist. So verweist er etwa auf die Diebstahlschutzhüllen, wie sie vom Handel oft bei PlayStation-Spielen verwendet werden. Sie verbrauchen laut Tessmer bis zu 30 Prozent mehr Regalfläche.

Eine große Hürde für den flächendeckenden Einsatz des Systems besteht jedoch noch darin, dass nach Angaben von PRO.LOC bisher nur etwa 60 Prozent aller in Deutschland verwendeten DVD-Verpackungen Red-Tag-kompatibel sind. "Der Handel müsste beim Lieferanten darauf bestehen, dass er in den richtigen Hüllen liefert oder sie gleich selbst mit Red Tag bestückt", sagt Tessmer. Deshalb werden zurzeit intensive Einzelgespräche mit der Industrie und den zuständigen Verbänden geführt. "Der Tenor war, dass nur auf die einheitlichen DVD-Hüllen umgestellt werde, wenn der Handel danach verlangt", resümiert der PRO.LOC-Chef. Um beide Seiten einander näher zu bringen, hält PRO.LOC auf der GC eine Pressekonferenz ab, zu der auch Lieferanten und Händler eingeladen sind. Sie findet am 19. August um elf Uhr im Presseforum statt. Tessmer ist sich sicher, dass Red Tag auch in Deutschland zum Erfolg wird, nicht nur weil sich die Kosten für die Umstellung in wenigen Monaten amortisiert hätten: "In Großbritannien und Australien ist Red Tag bereits Standard, die USA haben bereits grünes Licht gegeben", berichtet er.

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