Nach einem herben Rückgang des operativen Gewinns beim Sony-Konzern haben einige Analysten Bedenken wegen der schleppenden PlayStation 2-Verkäufe geäußert. In Sonys Bilanz zeigt sich aber deutlich: In Amerika und Europa trug die PS2 ihren Teil bei, um den Umsatz der von Sony Computer Entertainment zu steigern.

Das Geschäftsergebnis des Sony-Konzerns im Ende Juni abgeschlossenen 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahrs wurde zum Teil mit Bestürzung aufgenommen, obwohl sich der Umsatz verbessert und der Nettoverlust deutlich verringert haben. Sorgenfalten bereitete der operative Gewinn: Er fiel um über 90 Prozent . Selbst Analysten hatten mit einer derartigen Entwicklung nicht gerechnet. Gewohnt schnell wurde Ursachenforschung betrieben. Während das Ergebnis unmittelbar von einer teuren Rückrufaktion von Mobiltelefonen in Japan nach unten korrigiert wurde, hatten einige Analysten auch Bedenken wegen der PlayStation 2-Verkäufe angemeldet, die nur schleppend verliefen.

Doch steht die Spieledivision Sony Computer Entertainment (SCE) gar nicht so schlecht da. Der Umsatz stieg um rund 29 Prozent, der operative Verlust sank um rund 39 Prozent. Die Division, die das Konzernergebnis vor dem Generationswechsel der Hardware mehr als einmal nach oben katapultierte, scheint also auf dem besten Weg zu alter Stärke sein. Was einer kleinen Gruppe von Analysten jedoch Sorgen bereitet, ist, dass der Umsatz mit PlayStation 2-Hardware in Japan leicht zurückging. Die kleine Flaute im für Videospiele äußerst wichtigen, aber auch kritischen japanischen Markt könnte natürlich einerseits davon zeugen, dass auch die japanischen Konsumenten den Start von Xbox und GameCube abwarten wollen, bevor sie sich für ein System entscheiden. Genauso gut könnte es sich um die berühmte Ruhe vor dem Sturm halten, da SCE sich seine Marktanteile sicher nicht ohne Gegenwehr nehmen lassen wird.

Dass es zu früh für Schwarzmalerei ist, zeigt nicht nur der gestiegene Umsatz mit PS2-Software in Japan. Außerhalb des Sony-Heimatmarkts trugen sowohl PS2-Hard- als auch PS2-Software zum Umsatzwachstum bei. Neben Verkaufserfolgen wie "Gran Turismo 3" im lukrativen Softwaremarkt hätte auch eine weitere Kostenreduzierung die Performance der Division verbessert. Und der operative Verlust, den SCE nach wie vor ausweist, sei nach Konzernangaben weiterhin auf die hohen Kosten bei der PlayStation 2-Produktion zurückzuführen.

Überhaupt könnte die Hardwareproduktion zum Zünglein an der Waage bei der Vorherrschaft im Konsolenmarkt werden. Denn es zählt nicht nur der Preis, sondern auch die Hardwarepenetration und die Verfügbarkeit. Und da hat SCE zugelegt. Während von Anfang April bis Ende Juni 2000 1,13 Mio. PS2-Konsolen ausgeliefert wurden, waren es im gleichen Zeitraum 2001 bereits 4,34 Mio. Insgesamt hat SCE damit bis zum 30. Juni 2001 weltweit 14,95 Mio. PS2 ausgeliefert. Und auch die Softwareauslieferung zeigt steil nach oben. Im jetzt abgeschlossenen Quartal waren es 11,5 Mio. Einheiten, im Vorjahreszeitraum hingegen nur 1,7 Mio. Kumuliert haben SCE und alle Third-Party-Publisher bis Ende Juni 2001 49,8 Mio. PS2-Discs ausgeliefert. Und diesen Vorsprung müssen Nintendo und Microsoft erst mal wettmachen.

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Written by

Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.