Mit "Need For Speed: Underground" gab EA nicht nur seiner Rennspielreihe neue Impulse, sondern dem gesamten Racingenre: Illegale Straßenrennen mit selbst designten PS-Boliden und vielfältige Tuningoptionen begeisterten Autofans vom Start weg - und finden nun viele Nachahmer.

Das beliebte Spielkonzept von "Need For Speed: Underground" wird mit dem zweiten Teil konsequent fortgesetzt, wobei Electronic Arts einige Kritikpunkte der Fangemeinde berücksichtigt hat und dem Spieler mehr Freiheiten gewährt. Wie gehabt, lassen sich Preisgelder in Dutzende von Tuningteilen investieren, die den aufzubauenden Respekt untermauern. Wer seine Runden durch die Stadtviertel nicht allein drehen will, tobt sich im ausgereiften Onlinemodus aus, bei dem bis zu sechs Spieler um die Wette brausen. Erstmals werden auch auf der Xbox Onlineduelle möglich sein. GameCube-Besitzern bleibt nach wie vor nur der Zweispieler-Splitscreen. Die Versionen für PC, PS2, Xbox, GameCube und GBA sollen zeitgleich Mitte November erscheinen. Demnächst kommt mit "Burnout 3 - Takedown" (PS2, Xbox: 9. September) Konkurrenz aus dem eigenen Hause. "Burnout 3" kommt sehr viel actionreicher daher, allerdings auch mit weniger Tiefgang als "NFS: Underground 2": Hinterm Steuer eines von über 70 aufgemotzten Boliden heizt der Spieler über 40 Rennstrecken und heimst für besonders halsbrecherische Manöver, wie Fahren im Gegenverkehr oder direktes Rammen eines Mitbewerbers, Punkte ein. Die zeitgemäße Grafikengine sorgt bei brachialen Crashs für ein cineastisches Pixelfeuerwerk - und stößt damit sogar "Need For Speed" vom Grafikthron.

Der Zerstörungswut gibt sich im besonderen Maße auch "FlatOut" (PC, PS2, Xbox: 5. November) von Empire Interactive hin. Entwickler Bugbear Entertainment konnte bereits mit "Rally Trophy" Rennspielerfahrung sammeln und präsentiert nun eine Crashorgie, die sich am besten mit dem Klassiker "Destruction Derby" vergleichen lässt. Die eigens entwickelte Physik-Engine sorgt für furiose Kollisionen: 40 verformbare Schadenszonen an jedem Vehikel sowie zerstörbare Fahrbahnbegrenzungen, darunter Reifenstapel und Zaunpfähle, lassen die Gamer begeistert jubeln. Während die PC- und Xbox-Version einen Onlinemodus für zwölf bzw. acht Spieler bieten, müssen sich PS2-Besitzer mit Zweispielerduellen via Splitscreen begnügen.

Thematisch nicht unähnlich ist die für Mitte Oktober angekündigte Anarcho-Raserei "Crash'n'Burn" von Eidos mit Rennen in Miami, New York und Los Angeles. PS2- und Xbox-Piloten basteln sich aus etlichen Komponenten ihr Wunschauto und nutzen dessen Stoßstange, um Kontrahenten unsanft von der Piste zu kicken. Für Stunts und bewusst herbeigeführte Unfälle winken Punkte, die neue Tuningteile freischalten. Der Onlinemodus ist auf 15 Spieler ausgelegt. Ganz auf den Tuningpart konzentriert sich die neueste Version von "Midnight Club" von Take 2. Der dritte Teil der Kultreihe entstand in Kooperation mit dem amerikanischen Tuningmagazin "DUB": Dementsprechend detailgetreu lässt sich auch an den Wagen rumbasteln und tunen. "Midnight Club III DUB Edition" (PS2, Xbox: Oktober) bietet gewohnt schnelle Straßenrennen in Großstädten wie Atlanta, San Diego und Detroit. Ein Onlinemodus für bis zu acht Spieler ist ebenfalls mit von der Partie.

Neben den klassischen Rennspielen und den auf Stunts ausgelegten Funracern dürfen im bunten Reigen vierradgetriebener Fortbewegungsmittel Rallye-Wagen nicht fehlen. Auf der Pole Position stand während der Messe "Colin McRae Rally 2005" von Codemasters (PC, PS2, Xbox: 24. Oktober; N-Gage: Oktober). Bei der grafisch und spielerisch überarbeiteten Rallye-Fortsetzung darf erstmals auch auf deutschen Strecken gefahren werden. Ein noch realistischeres Schadensmodell der mehr als 30 Vehikel soll in Kombination mit dem beklemmenden Verschwimmen der Sicht bei heftigen Kollisionen für ein noch intensiveres Rallyefeeling sorgen, zudem der Detailgrad der Grafik erhöht wurde. Via Breitbandadapter dürfen maximal acht Spieler ihr Können demonstrieren.

Grafisch nicht minder beeindruckend ist "XPand Rally" von Techland / Koch Media (PC: 24. Oktober; Xbox: 2004). Bei einer Vielzahl realer wie fiktiver Turniere tritt der Spieler zunächst in einem klapprigen Seelenverkäufer an, der durch Preisgeld schnell zum modernen Rallyeflitzer aufgemotzt werden kann. Neben künftigen Contentdownloads hat Koch Media für die PC-Version einen Multiplayermodus für vier Spieler angekündigt; die geplante Xbox-Version soll gar acht Fahrer unterstützen.

Dritter im Bunde zum Thema Rallye ist "World Rally Championship 4" (PS2: November) von Sony. 16 WRC-Locations, 100 Etappen - darunter neue Strecken in Japan und Mexiko - sowie ein Onlinemodus für bis zu 16 Spieler sind einige der Features des grafisch überarbeiteten Updates. Bestes Pferd in Sonys Rennstall ist und bleibt jedoch der Referenztitel "Gran Turismo 4". Der Vorzeigeracer von Polyphony Digital setzt neben altbewährten Qualitäten auf ein ausgefeiltes Physiksystem, das ein noch wirklichkeitsgetreueres Handling der mehr als 500 enthaltenen Rennwagen garantieren soll. Erstmals steht auch ein Onlinemodus für bis zu sechs Spieler zur Wahl; auf ein Schadensmodell müssen "GT"-Fans allerdings weiterhin verzichten. Unterdessen versuchen sowohl Microsoft als auch Konami am Lack von "GT4" zu kratzen. Mit dem für nächstes Jahr angekündigten PS2-Titel "Enthusia" will Konami neue Wege im Genre beschreiten und neben der obligatorischen Fotooptik u. a. mit unterschiedlichen Wetterverhältnissen, zufallsgenerierten Strecken und der Visualisierung der auf den Fahrer einwirkenden Brems- und Beschleunigungskräfte punkten. Offizielle Fahrzeuglizenzen von Audi bis VW und ein noch zu spezifizierender Mehrspielermodus sind weitere Zutaten der neuen Rennspielhoffnung. Ähnlich aufwendig: "Forza Motorsport" (Xbox: 26. November) von Microsoft. 150 detailgetreu modellierte Wagen können vom Spieler nach Herzenslust umgestaltet und mit zahlreichen Tuningteilen wie Stoßdämpfern oder Turbo-Kit aufgerüstet werden - originalgetreue Strecken, von Nürburgring bis Rio de Janeiro, sollen den virtuellen Geschwindigkeitsrausch perfekt machen.

Auch Entwickler 10tacle, zum ersten Mal als Aussteller in den Messehallen in Leipzig vertreten, meldet mit der realistischen PC-Simulation "GTR" (November) einen Platz in der ersten Startreihe an. Eins der Highlights von "GTR" ist sicherlich das 24-Stunden-Rennen mit 57 gleichzeitig teilnehmenden Fahrzeugen - hier ist Ausdauer gefragt. Last but not least durfte auch die PS2-Version von Codemasters' "DTM Race Driver 2" (PC, PS2, Xbox: 8. Oktober) ihre Runden auf der GC drehen. Keine Kompromisse in puncto Features, Spieltiefe und Umfang wie beim Vorgänger lautet das selbst gestellte Credo für die Veröffentlichung am 8. Oktober: Neben 35 Wagen, 57 Rennstrecken, 13 Motorsportvarianten und 30 Rennserien stellen die Entwickler erstmals speicherbare Replays und 21 gleichzeitig auf der Strecke fahrende Wagen in Aussicht. Zudem dürfen sich online bis zu acht Spieler via PS-Network-Gaming messen. Dass (auch) Rennspiele in den nächsten Wochen die Verkaufscharts stürmen werden, ist ob der Vielzahl an weiteren Neuheiten sowie Budgetreleases wie "NFS:Underground" wahrscheinlich. Apropos: Auch Nokias N-Gage scheint vor dem derzeitigen Rennspielhype nicht gefeit, wie die Ankündigung von "Asphalt - Urban GT" (Dezember) zeigt. Das Rennen um Marktanteile im Genre ist also noch lange nicht entschieden...

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