Der angeschlagene österreichische Publisher JoWooD ist in den vergangenen Wochen verschiedene Restrukturierungskonzepte mit potenziellen Investoren durchgegangen. Letztlich präsentierte sich Vertriebspartner Koch Media als erfolgversprechendste Alternative. Die Zustimmung der Aktionäre vorausgesetzt, wird das Unternehmen aus Planegg bei JoWooD einsteigen.

Koch Media präsentiert sich als Retter in der Not. Wie der österreichische Publisher JoWooD Productions mitteilte, wurde eine strategische Partnerschaft mit dem Distributor aus Planegg bei München vereinbart. Die Zustimmung der Aktionäre vorausgesetzt, wird sich Koch Media im Zuge einer finanzwirtschaftlichen Restrukturierung an JoWooD beteiligen. Der Partner habe sich bereit erklärt, im Rahmen einer Entschuldung Forderungen gegenüber JoWooD abzukaufen bzw. einzulösen. Nach einer Kapitalherabsetzung durch eine Aktienzusammenlegung im Verhältnis eins zu vier ist eine Eigenkapitalerhöhung vorgesehen. Unter gleichzeitiger Stärkung der Eigenkapitalbasis soll dies eine Entschuldung in Höhe von 10,5 Mio. Euro herbeiführen.

Für diesen Rettungsplan müssen noch zwei Hürden aus dem Weg geräumt werden. Neben dem Jawort der Aktionäre, die zu einer außerordentlichen Hauptversammlung einberufen werden, müssen zunächst die Verhandlungen mit den Gläubigern JoWooDs zu einem positiven Abschluss geführt werden. Für 2006 ist dann eine Barkapitalerhöhung vorgesehen, um das Unternehmen endgültig wieder auf gesunde Beine zu stellen.

JoWooD war nach der Einstellung des Lizenztitels "Stargate SG-1: The Alliance" des australischen Entwicklers Perception unter Druck geraten. In der letzten Quartalsbilanz musste der Titel mit über fünf Mio. Euro abgeschrieben werden. Es ergab sich ein negatives Eigenkapital in Millionenhöhe, was schnelle Schritte erforderlich machte. Dass nun ausgerechnet Koch Media dem angeschlagenen Unternehmen zu Hilfe eilt, ist eine logische Konsequenz aus der immer intensiveren Zusammenarbeit beider Unternehmen. So bestehen Co-Publishingabkommen zu Titeln wie u.a. "Gothic III", "SpellForce 2" und "Die Gilde 2".

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