Schöne Bescherung am 14. März
Lange hat die Branche diesem Tag entgegen gefiebert. Am 16. Oktober war es soweit. Microsoft hat das wohl am besten gehütetste Geheimnis der Branche gelüftet. Um es kurz und schmerzlos zu machen: Die Xbox kommt. Europaweit. Am 14. März 2002.
Die Konsole soll stolze 479 Euro kosten, umgerechnet 936 Mark und 84 Pfennig. Ein Preispunkt, der in dieser Höhe, bemerkenswert ist.
Dass Microsoft das jüngst von seinem schärfsten Mitbewerber überraschend deutlich gesenkte Preisniveau nicht würde halten können, war allen Marktteilnehmern klar. Dass der Preisunterschied aber in dieser Höhe ausfällt, damit hat wohl niemand ernsthaft gerechnet. Sollte Microsoft mit der Xbox in Europa wirklich den gleichen, steinigen und lehrreichen Sony-Weg beschreiten wollen, den so mancher Third-Party-Publisher zu spüren bekommen hat, weil er seine ganze Planung auf die PS2 ausgerichtet hatte?
Wer kann das heute sagen? Wir wissen nur, was Microsoft in der Maison Bulles, zu deutsch: Haus der (Seifen-)Blasen, in der Nähe von Cannes der geladenen Öffentlichkeit mitgeteilt hat. Oder hatte die Wahl des Veranstaltungsortes etwa Methode? Wird hier gezielt eine Seifenblase in die Welt gesetzt, die man zum richtigen Zeitpunkt platzen lässt? Wie hatte Hans Stettmeier noch im Mai im GamesMarkt.de-Interview gesagt: "Letztendlich bestimmt der Marktzeitpunkt den Preis."
Das ist der Nährboden, auf dem Spekulationen reifen. Vielleicht geht ja die Xbox als erste Konsole in die Geschichte ein, die noch vor ihrem Release preisreduziert wird. Wie dem auch sei, mit diesem Preispunkt wird es Microsoft schwer haben, sich als Newcomer im Unterhaltungssoftwaremarkt durchzusetzen. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.
[mailto:h.hesse@e-media.de@@@Harald Hesse] Chefredakteur GamesMarkt.de