Shadow sieht die Zukunft des Gaming in der Cloud. Florian Giraud Head of Strategy & Growth bei Blade über die neue Angebot-Offensive des Cloud-Computing-Anbieters.

ProjectxCloud, Stadia, Nvidia Geforce - das Angebot an Streaming-Diensten hat sich vor allem Ende letzten Jahres stark erweitert. Fast schon ein alter Hase in dem noch neuen Geschäft ist indes Shadow. Der Anbieter aus Frankreich bietet, im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten, keine Game-spezifische Lösung. Shadow ist ein Cloud-Computing-System. Der Nutzer mietet gegen ein monatliches Entgeld einen High-End-Rechner, auf den er aus der Ferne von seinem Gerät aus zugreifen kann. Dieser kann für Games genutzt werden, aber auch für andere PC-Dienste, wie Animationsprogramme, Streaming etc.

"Wie Microsoft, Google oder Sony glauben wir, dass die Zukunft des Gaming in der Cloud liegt", so Florian Giraud, Head of Strategy & Growth bei Blade. "Wir hatten diese Intuition bereits 2015 und führten unser Produkt dann 2017 auf dem Markt ein. Wir sind also schon eine Weile dabei."

Mit knapp drei Jahren Markterfahrungen hat Shadow zumindest in diesem Aspekt einen klaren Vorteil gegenüber den anderen Angeboten. "Wir haben festgestellt, dass wir die Tatsache, dass wir live sind, zu unseren Gunsten nutzen können. Wir konnten gemeinsam mit der Community daran arbeiten, die nächste Stufe von Shadow zu erreichen."

Indem sich das Unternehmen eng mit seiner, zum Teil das Angebot aktiv nutzenden, Community vernetzte, konnten etwaige Vor- und Nachteile ausgearbeitet werden. Vor allem zwei Kritikpunkte haben sich dabei herauskristallisiert:

30 Euro pro Monat ist für viele noch immer zu teuer

Auch wenn Shadow bereits einen Hochleistungscomputer bietet, manche wollen noch mehr

Diese sollen in einem nächsten Schritt nun behoben werden. Deshalb startet Shadow seine neue Angebotsreihe. Diese hätte eigentlich sogar bereits im Februar auf den Markt kommen sollen, doch der Start wurde nun auf Juni verschoben. Bislang gab es lediglich eine Option: 30 Euro im Monat für den Zugriff auf einen Hochleistungsrechner. Diese Option kostet dann, unter dem neuen Namen "Boost" nur 14,99 Euro im Monat. Vorbestellungen hierfür werden bereits entgegengenommen. 2021 sollen dann die zwei höheren Optionen, "Ultra" für 29,99 Euro im Monat und "Infinite" für 49,99 Euro im Monat erhältlich sein. Für diese kann man sich aktuell in eine Warteliste einschreiben lassen. Damit will sich Shadow an den aktuellen Markt anpassen. Mit neuen Angeboten wie Stadia und Nvidia GeForce Now, sowie Abo-Diensten wie Apple Arcade und PS Now, stehen die Preise natürlich in größerer Konkurrenz.

Im Zuge der neuen Angebote wird außerdem das Interface aufgebessert. Gerade für User, die über ihre Smartphones Shadow verwendeten. Da Shadow eben ein gemieteter PC ist und man entsprechend über einen Desktop seine Spiele startet, war der Dienst teilweise nur nur umständlich über mobile Endgeräte nutzbar.

Was Shadow auf dem Markt einzigartig macht, ist laut Giraud der PC-Ansatz und der damit zusammenhängende Spielekatalog. "Wir verbinden die Power eines PCs mit der Einfachheit einer Konsole", so Giraud. Das bedeutet letztendlich, dass sich der User nicht mehr länger darum kümmern muss, seinen PC instand zu halten. Darum kümmert sich Shadow. Damit muss der Nutzer einfach nur sein Shadow-Konto öffnen und spielen, egal wie neu das Spiel. Außerdem können Spieler über Shadow auf alle ihre Launcher zugreifen. Damit haben sie alle ihre bereits gekauften Spiele bereits auf dem System und sind nicht auf einen vorgegebenen Katalog angewiesen.

Shadow war lange das wahrscheinlich beste Cloud-Gaming-Angebot für Gamer seiner Art. Nvidias GeForce Now, das am nächsten an Shadows Geschäftsmodell rankommt, war bislang in der Beta-Phase. Anfang Februar startete der Service nun aber offiziell auf den Markt. Wie die beiden Services im Wettbewerb gegeneinander abschneiden, bleibt abzuwarten.

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