Sony bringt eigenes Handheld
Sony will den Daddlern für unterwegs ein neues Spielzeug schenken. Kratzt die PlayStation Portable an Nintendos Game Boy-Thron?
Ab und an gab es in unregelmäßigen Abständen bereits obskure Gerüchte, dass Sony im stillen Kämmerlein an einer Handheld-Konsole arbeite. Auf der diesjährigen E3 - Electronic Entertainment Expo ließ Sony nun die Katze aus dem Sack: Die PlayStation Portable (PSP) soll den Mannen von Nintendo mit ihrem Erfolgsprodukt Game Boy und Game Boy Advance gehörig einheizen - frühestens aber ab Ende 2004. Doch was kann der laut Sony Entertainment-Chef Ken Kutaragi "Walkman des 21. Jahrhunderts"?
Als Medium sollen Mini Discs dienen mit einem Speicherplatz von 1,8 Gbyte - circa das dreifache einer CD. Neben Spielen können auch die Klänge der Lieblingsband und Videoclips genossen werden. Die Darstellungsqualität verspricht Brillanz: Ein LCD-TFT-Schirm mit echter Hintergrundbeleuchtung ist ein Gimmick, den man sich von Nintendo schon beim ersten Game Boy Advance gewünscht hätten. Der große Knaller soll aber die Grafik werden: Die PSP soll PSone Niveau übersteigen und so echte 3D-Darstellung bieten. Auch ein Feature, das Nintendos Winzling nur sehr eingeschränkt zeigen kann. Abgeschaut hat sich Sony aber offenbar Nintendos GBA-Gamecube-Konnektivität: Die PSP wird mit der PS2 zwecks Datenaustausch verbunden werden können.
Zur Zeit sind all diese Daten leider lediglich schöne Versprechungen, um den Kunden den Mund wässrig zu machen und schon mal die Euronoten für den noch nicht genannten Preis warm zu halten. Gesehen hat das Wunderding außerhalb von Sonys heiligen Hallen nämlich noch niemand und ob es mit den ganzen Features auch so problemlos in die Hosentasche passen wird wie der Game Boy Advance SP, ist fraglich. Schließlich soll das Buttonlayout weitestgehend dem des Dual Shock 2-Controllers entsprechen - samt Analogstick.