Mit epischen Geschichten, grossen Bildern und Superstars fordern Video- und Computerspiele Hollywoods Blockbuster heraus - die Pixel-Abenteuer werden längst ebenso teuer produziert. Wir stellen die neuesten Titel vor.

Hoch oben, über die Dächer des mittelalterlichen Jerusalem, huscht der Assassine Altair durch die heilige Stadt. Das Mitglied der sagenumwobenen Sekte von Auftragsmördern geht dabei stets sehr vorsichtig und leise vor. Schließlich darf ihn keiner bemerken, sonst wäre seine Mission gescheitert. Diese lautet: die Anführer der Eindringlinge aus dem Abendland zu eliminieren.

Als sich sein Opfer unten auf der Straße mit seinen Leibwächtern nähert, geht alles plötzlich ganz schnell. Altair klettert flugs hinunter, bahnt sich konsequent seinen Weg durch Massen von Passanten, wartet einen günstigen Moment ab und rammt der Zielperson gekonnt ein Messer ins Herz. Die Wachen reagieren sofort und ziehen ihre Schwerter. Ehe er sich versieht, steckt Altair mitten im Kampfgetümmel.

Kinoreife Vorstellung

Diese Handlung entstammt nicht etwa dem neuesten Jerry-Bruckheimer-Blockbuster, sondern Ubisofts kommendem Actionhit "Assassin's Creed". Sowohl die Geschichte als auch Optik und Atmosphäre sind absolut filmreif inszeniert. Die Spieler sind jedoch Teil der Handlung und können entscheiden, wie es weitergeht.

Die Kombination aus Spielfilmqualität und Interaktion lässt Games in der Gunst des Publikums immer mehr steigen. Kaum ein anderer Unterhaltungszweig verzeichnet ähnliche Wachstumsraten. Etwa 35 Milliarden Dollar setzte die Branche im letzten Jahr weltweit um - das ist mehr als doppelt so viel wie Hollywood mit seinen Filmen eingespielt hat.

Digitale Helden

Helden werden durch die Spieleindustrie im Wohnzimmer gemacht und nicht nur von Hollywood vorgegeben - aber von der Traumfabrik wiederum aufgegriffen, wie einst "Tomb Raider" und "Dead or Alive" zeigten. Einer der Innovativsten der Branche ist Hideo Kojima. Der "Metal Gear Solid"-Vater sieht Spiele im Vorteil: "Dadurch, dass ein Videospiel interaktiv ist, kann der Spieler Entscheidungen treffen. Spiele übertreffen deshalb schon den Film, weil Filme nicht interaktiv sind. Mit dieser Überlegenheit, können wir noch viele Dinge tun, die der Film nicht kann."

Derzeit entwickelt der Japaner die Sequels "Metal Gear Solid 3: Subsistence" und "Metal Gear Solid 4: Guns Of The Patriots". Mit Budgets, die fast schon Hollywood-Dimensionen erreichen. Gute Spiele verschlingen heutzutage mehrere Millionen Dollar Entwicklungskosten.

Wenn Regisseure spielen

Derzeit der teuerste Vertreter der Zunft ist die Spielumsetzung von Francis Ford Coppolas Welterfolg "Der Pate". Über 20 Millionen Dollar ließ sich Branchenprimus Electronic Arts die reine Spielentwicklung kosten.

Auch Regie-Ass John Woo hat bereits seinen Beitrag geleistet und für ein paar Monate die Kamera mit dem Computer getauscht. Mit "Stranglehold" schuf er eine extrem bleihaltige Baller-Oper. Natürlich darf auch in der virtuellen Woo-Welt sein Stilelement, "flatternde Tauben", nicht fehlen.

Solange Steven Spielberg noch mit einem neuen "Indiana-Jones"-Abenteuer auf sich warten lässt, dürfen Spieler ab Sommer 2007 als Indy auf Schatzsuche gehen. Spielchen gefällig?

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