Fast 75.000 Einkäufer aus aller Herren Länder besuchten zwischen 31. Januar und 5. Februar die Spielwarenmesse. Die Organisatoren zeigen sich mit dem Verlauf zufrieden, ebenso die Spielwarenindustrie und der Fachhandel. Doch auch die Videospielfirmen zogen eine positive Bilanz.

Für die Veranstalter der Nürnberger Spielwarenmesse International Toy Fair 2002 ergab sich am Ende ein sehr zufrieden stellendes Resümee. Die Messe hat ihre führende Position auf internationaler Ebene eindrucksvoll unterstrichen. Bei den Ausstellerzahlen gab es mit 2837 einen neuen Rekord, und selbst die Besucherzahlen lagen über den Werten des Vorjahrs. Fast 75.000 Einkäufer pilgerten nach Nürnberg, um Trends und neue Produkte zu begutachten und gegebenenfalls zu ordern. "Wir haben die gesteckten Ziele erreicht und uns damit vom eher rückläufigen Trend bei den Konsumgütermessen abgesetzt", so das Fazit von Gerd Bise, Vorstandsvorsitzender der Spielwarenmesse eG, auf der Abschlusspressekonferenz.

Wesentlich dazu beigetragen hätten vor allem die zahlreichen Besucher aus dem Ausland. Die Spielwarenmesse eG registrierte insgesamt 33.570 Einkäufer aus 106 Nationen. Damit erreichte der Anteil der internationalen Besucher das neue Rekordniveau von 45 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 36 Prozent. Laut den Veranstaltern trug die zunehmende Internationalisierung dazu bei, dass auch das Ordergeschäft weiter belebt wurde. So gaben 42 Prozent der Einkäufer 20 Prozent oder mehr ihres gesamten Jahreseinkaufsbudgets auf der Messe aus. Dies geht zumindest aus einer Umfrage unter 2000 Teilnehmern hervor. Eine andere Umfrage, die vom Deutschen Verband der Spielwarenindustrie auf der Messe durchgeführt wurde, unterstreicht das Ergebnis: Über 50 Prozent der befragten Aussteller erwarten eine Umsatzsteigerung von über fünf Prozent.

Die Unternehmen prognostizieren jedoch "nur" ein gleich bleibendes Marktvolumen auf dem derzeit hohen Niveau. Der Bundesverband des Spielwareneinzelhandels (BVS) kritisierte in seinem abschließenden Statement den "unüberlegten Aktionismus", der seit der Veröffentlichung der internationalen Lernstudie "Pisa" in Deutschland zu beobachten sei. Dabei käme ein Aspekt zu kurz: der Zusammenhang zwischen Spiel- und Lernfähigkeit. "Gutes und pädagogisch wertvolles Spielzeug unterstützt die Entwicklung des Kindes in jeder Altersphase", gibt der BVS-Vorsitzende Dr. Friedrich Panne zu bedenken.

Dazu können laut BVS durchaus auch ausgewählte Computerspiele zählen. Jedoch sei das Angebot an Spielwaren und damit auch der Bedarf an Information für die Eltern sehr groß. Laut BVS ist der Fachhandel mit seiner in Deutschland fast schon blind attestierten Beratungskompetenz dazu prädestiniert, diesen Informationsbedarf zu befriedigen. Computer- und Videospiele tragen unabhängig von ihrem pädagogischen Wert seit Jahren auch einen konstant hohen Anteil zum Umsatz des Handels bei. Entsprechend groß hätte eigentlich auch die Begeisterung der Besucher an der Halle 8 gewesen sein müssen, in der die Anbieter von PC- und Konsolenspielen ihr Forum hatten.

Man hatte jedoch eher nicht das Gefühl, dass der internationale Spielwarenhandel die Bemühungen der Veranstalter, aber auch der vertretenen Aussteller angemessen honorierte. Anstelle von neugierigen Spielwarenfachleuten, die sich für neue Konsolen interessieren, wurden in Halle 8 eher alte Bekannte aus dem Entertainmenthandel gesichtet. Doch diese reichten offenbar aus, um gute Geschäfte zu machen. Vor allem Nintendo, traditionell mit der Messe eng verbunden, sprach von "erneuten Rekordumsätzen". "Veranstaltungen wie die Spielwarenmesse Nürnberg, auf der wir unsere Kosten beinahe in wenigen Stunden einspielen können, würden wir uns auch in anderen Ländern wünschen", gab dann auch Axel Herr zu Protokoll, Managing Director Sales & Marketing Germany bei Nintendo. Ebenfalls hoch erfreut über die Performance waren die Mitarbeiter von Microsoft, die sich mit den beiden exklusiven Xbox-Distributionspartnern NBG und Hoffmann Interaktiv einen Stand teilten. Vertreter der drei Firmen sprachen von regem Interesse und einem spürbaren Stimmungswandel pro Xbox bei den Händlern. Doch nicht nur die Aussteller freuten sich über die Show. Der bei Nürnberg ansässige Peripherievertrieb Guillemot nutzte die Gelegenheit und veranstaltete parallel zur Messe in seinen Büroräumen so genannte VIP-Tage. Mit Erfolg, wie Guillemot mitteilt. Mehr als 80 hochkarätige Gäste aus Handel und Distribution seien der Einladung gefolgt. Und die seien so begeistert gewesen, dass man sich entschlossen habe, vor dem Weihnachtsgeschäft die VIP-Tage zu wiederholen.

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