Spielwarenmesse: Publisher begrüßen Gameshalle
Erstmals wird die Gamesindustrie in diesem Jahr auf der Spielwarenmesse in einer einzigen Halle konzentriert präsent sein. Von Seiten der Publisher wurde dies einhellig begrüßt. Der Ruf nach mehr Beachtung durch die Spielwarenbranche war schon länger zu hören gewesen.
"Es ist eine vernünftige Entscheidung, da sich der Einkäufer in einer Halle einen Überblick über sämtliche Hersteller und Produkte verschaffen kann", begrüßt Wilhelm Hamrozi, Geschäftsführer von Infogrames Deutschland, das neue Konzept der Messeleitung. Erstmals wird in diesem Jahr die Videospielindustrie in Halle 8 gebündelt vertreten sein. Lange Zeit hatten die Publisher unter den ellenlangen Wartelisten gelitten, die von den Veranstaltern für die künftigen Messen eingerichtet worden waren. Falls überhaupt Platz zu ergattern war, war dieser entweder zu klein, zu abgelegen oder beides zusammen. Die Voraussetzungen, um das konservative Gross der Spielwarenhändler vom Produkt Videospiel zu überzeugen, waren damit denkbar schlecht. Erst in den vergangenen Jahren traten spürbare Verbesserungen ein. Und das auch wohl nur deshalb, weil der Spielwarenhandel es ausschließlich dem Produktsegment Videospiele zu verdanken hat, überhaupt ein Umsatzplus verzeichnen zu können.
Kein Wunder also, dass auch kritischere Stimmen laut wurden. "Gut, es wurde auch endlich Zeit", so Activision Deutschland-Chef Wolfram von Eichborn. "Interessant ist die Entwicklung der Spielwarenmesse schon, wenn man bedenkt, dass für die Softwarehersteller noch vor einigen Jahren so gut wie kein Platz zur Verfügung stand." Gerd Körnig, Geschäftsführer von TLC - The Learning Company, geht sogar noch weiter: "Es verkörpert den letzten Versuch, diese Branche in Nürnberg zu versammeln." Sind jetzt also mit dem neuen Konzept und der eigenen Halle dauerhafte Präsenz und Zufriedenheit der Publisher in Nürnberg gesichert? Nicht unbedingt. So begrüßt Martin Schneider, Consumer Manager bei Konami of Europe, das Konzept, da sich die Industrie nur auf diese Art und Weise adäquat darstellen könne. "Leider erkennt noch nicht jeder in der Branche, wie wichtig ein gemeinsamer Auftritt ist", so Schneider mit Blick auf jene Kollegen, die in Nürnberg nicht vertreten sind.
Aber auch die Messeleitung sollte sich, so die Branchenmeinung, nicht auf den verdienten Lorbeeren ausruhen. So gibt beispielsweise Knut-Jochen Bergel, Geschäftsführer von Virgin Interactive/Avalon, zu bedenken, dass die Halle 8 Gefahr läuft, eine Veranstaltung in der Veranstaltung zu sein. Schließlich habe der Spielwarenhandel immer noch seine Schwierigkeiten mit dem Segment Videospiele. Bergel verlangt deshalb von der Geschäftsleitung der Nürnberger Messe weitere kreative Konzepte, damit sich die Toy Fair langfristig als festes Event etablieren könne. Und auch Manfred Gerdes, Geschäftsführer von Sony Computer Entertainment Deutschland, nimmt den Veranstalter in die Verantwortung. Zwar hält auch Gerdes die aktuellen Veränderungen und Entwicklungen in der Messeplanung für richtig, hätte diese aber bereits vor zwei Jahren gern gesehen. "Die Halle ist komplett belegt, nun wollen wir mal sehen, welche Handelsstrukturen der Veranstalter zusätzlich mobilisieren kann", fordert Gerdes weitere Unterstützung von den Veranstaltern.
Aussteller Halle (Auswahl) Avalon C-47 CDV Software E-72 Electronic Land E-68 Fire International E-38 Hasbro Interactive C-15/D-17, C-13 Konami of Europe E-22 Nintendo of Europe A-53, A-33, A-52 Rushware B-64 Sega Deutschland (Unteraussteller Sega: Acclaim, Eidos, Ubi Soft) C-53, D-53 Sony Computer Entertainment D. (Unteraussteller SCED: Activision, Eidos, Electronic Arts, Infogrames Sunflowers, Ubi Soft) C-55 Take2 Interactive E-54 Tivola Verlag D-74 The Learning Company D-56, E-60 Vidis B-27