Spobis Gaming & Media: HSV plant kein "LOL"-Team
Der Hamburger Sportverein wird wohl eher kein eSport-Team in der Disziplin "League of Legends" aufbauen. Und Riot sieht enormen Aufklärungsbedarf, selbst bei den spielenden Über-30-jährigen. Das waren nur zwei Erkenntnisse des Panels was eSports und Sport voneinander lernen können auf der Spobis Gaming und Media 2018.
Vor allem am Nachmittag der diesjährigen Spobis Gaming & Media, die im Vorfeld der gamescom stattfand, stand in Köln der eSport immer öfter im Mittelpunkt. Das Panel "Was können eSport und klassischer Sport voneinander lernen?" erwies sich dabei sehr aufschlussreich, was die eSportpläne des HSV betrifft, aber auch welche Arbeit Riot Games auf den eSport noch zukommen sieht.
"Ich glaube nicht, dass der HSV ein League-of-Legends-Team haben wird", überraschte dabei Oliver Poppenbaum, Direktor Vertrieb und Prokurist des HSV, mit einer Absage an eSportpläne jenseits von "FIFA". Doch anders als bei der harschen Absage von Bayern-Chef Uli Hoeneß vor ein paar Wochen hat Poppenbaums Absage nichts mit grundsätzlicher Abwehrhaltung oder unbegründete Vorbehalte zu tun, sondern mit Markenstrategie: "Es ist nicht unsere DNA", erklärte Poppenbaum. Schalkes Weg sei nicht der des HSV. Für den HSV biete der eSport vor allem die Chance auf einen Zugang zu jüngeren Zielgruppen. Denn fest stehe: Das Publikum im Stadion werde immer älter.
Alban Dechelotte, Head of Sponsorships & Business Development EU eSpots bei Riot Games, bestätigt natürlich gerne, dass zum USP des eSports zählt, jung, global und digital zu sein. Aber auch Dechelotte gab zu, dass im gleichen Maß wie die klassischen Sportvereine junge Zielgruppen gewinnen, die eSport-Player auch die älteren Zielgruppen aufklären müssen. "Die meisten der Über-50-jährigen haben nie ein Spiel gespielt aber selbst die Über-30-jährigen, die noch heute Games als Entertainmentform nutzen, können nicht verstehen, warum man anderen beim Spielen zuschaut", so Dechelotte. Hier liege noch viel Grundsatzarbeit und -Kommunikation vor der eSport-Branche, auch wenn die Zeit für den eSport arbeitet.
Nicolas Gaede, Senior Vice President eSports von Lagardère, der das Panel moderierte, sagte durchaus passend zum Thema: "Es geht nicht darum das eine wie das andere zu machen, aber zu schauen, was machen die anderen und was kann ich davon adaptieren." Und genau dafür ist eine Veranstaltung wie die Spobis Gaming & Media so wichtig.