Square Enix schaffte es im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres nicht, an die Erfolge aus dem Vorjahr anzuknüpfen. "Final Fantasy 7 Remake" war schlichtweg zu stark, dafür geht es bei "Final Fantasy 14 Online" aufwärts. Auch das Interesse an NFT wächst weiter.

1,29 Milliarden Euro hat Square Enix im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres umgesetzt, ein leichter Rückgang im Vergleich zu den 1,32 Milliarden Euro aus dem Vorjahr. Auch das operative Ergebnis sank von 241 Millionen Euro auf 222 Millionen Euro.

Ein Großteil des Umsatz-Rückgangs (1H, FY2022/3) geht auf das Konto der "HD-Spiele", wie Square Enix die PC- und Konsolen-Spiele in Abgrenzung zu Mobile- und Browser-Games nennt. In diesem Segment ging der Umsatz im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres um 40 Prozent auf 301 Millionen Euro zurück. Damals hatte der Publisher sowohl "Final Fantasy 7 Remake" als auch "Marvel's Avengers" veröffentlicht, obgleich CEO Yosuke Matsuda meinte, dass das Avengers-Spiel hinter den Erwartungen zurückgeblieben wäre. Die diesjährigen Titel, namentlich "Outriders", "NieR Replicant ver.1.22474487139...", "NEO: The World Ends With You" und "Life is Strange: True Colors", konnten also nicht an die Verkaufszahlen des Vorjahres herankommen.

Im ersten Halbjahr dieses Geschäftsjahres wurden 17,22 Millionen HD-Spiele in physischer und digitaler Form verkauft. Knapp 83 Prozent der HD-Games-Verkäufe wurden im Digitalvertrieb erzielt. Im Vorjahr lag der HD-Games-Absatz bei 30,3 Millionen Versionen.

Einen großen Sprung machte das MMO-Segment. Der Nettoumsatz stieg um 32,5 Prozent auf 211 Millionen Euro, und zwar hauptsächlich durch die Steigerung der Abonnements von "Final Fantasy 14 Online". Das Online-Rollenspiel profitierte vom Wechsel vieler World-of-WarCraft-SpielerInnen zu FF14 - auch durch den Einfluss vieler StreamerInnen, die das Blizzard-MMO aufgrund der Unzufriedenheit mit "World of Warcraft: Shadowlands" oder dem Publisher verließen. Mit der Endwalker-Erweiterung, deren Veröffentlichung kürzlich auf den 7. Dezember 2021 verschoben wurde, hofft Square Enix auf einen weiteren Schub bei den Nutzungszahlen.

Der Löwenanteil des Nettoumsatzes, 474 Millionen Euro, stammt aus dem Mobile- und Browser-Games-Bereich. Die Einnahmen in dem Sektor waren im Vergleich zum Vorjahr dennoch leicht rückläufig. Das Amusement-Geschäftsfeld erholte sich aufgrund der wiedereröffneten Arcade-Spielhallen in Japan und trug 160 Millionen Euro bei. Der Absatz im Publishing-Bereich stieg auf 107 Millionen Euro. Mit Merchandising wurde 44 Millionen Euro umgesetzt.

Im Ausblick zur mittelfristigen Geschäftsstrategie bekräftigte der Publisher sein Interesse an Non-Fungible Token. Der erste Proof-of-Concept-Testlauf mit "Shi-San-Sei Million Arthur", einem digitalen Kartenspiel mit NFT-Karten, wird als Erfolg gewertet, da zwei Sets schon ausgekauft seien. Laut der veröffentlichten Präsentation ist die Führungsetage des Unternehmens der Ansicht, dass NFTs gut zu den Assets des Unternehmens passen würden. Vielmehr soll gezielt in Blockchain-Spiele investiert werden, da sich Token-Ökonomien und dezentralisierte Formate ihrer Ansicht nach durchsetzen werden.

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Marcel Kleffmann
Marcel Kleffmann is Chief of Content of GamesMarket and our B2B and B2C expert for hardware, market data, products and launch numbers with more than two decades of editorial experience.