Der französische Branchenverband (SNJV) hat seine jährliche Bestandsaufnahme der Gamesbranche in Frankreich veröffentlicht. Dort ansässige Studios sind zu 85 Prozent von dem Standort überzeugt. Sowohl der Frauenanteil als auch die Anzahl der Firmen, die mit Publishern zusammenarbeiten, steigen.

Der Verband der französischen Gamesbranche, Syndicat National du Jeu Vidéo (SNJV), hat die achte Ausgabe seiner jährlichen Bestandsaufnahme der französischen Gamesbranche als jährliche Momentaufnahme veröffentlicht. Das sogenannte "Barometer" wurde auf der Grundlage einer Umfrage erstellt, die das SNJV zwischen dem 28. Februar und dem 26. Juni 2023 bei 577 Unternehmen aus der Branche durchgeführt hat.

Für 85 Prozent der französischen Gamestudios ist Frankreich ein attraktiver Standort. Zu den am häufigsten genannten Attraktivitätsfaktoren gehören steuerliche Anreize (31 Prozent), die Qualität der von den Bildungseinrichtungen angebotenen Ausbildung (23,36 Prozent) und die Lebensqualität in Frankreich (21,90 Prozent). Hervorgehoben wird auch die Beschäftigungsstabilität: 76 Prozent der Arbeitsverträge sind unbefristet. Über 52 Prozent der Unternehmen plan(t)en, 2023 neue Mitarbeiter:innen einzustellen, insgesamt zwischen 400 und 600 Neueinstellungen. Der Anteil der Frauen an den Produktionsteams ist innerhalb von vier Jahren um zehn Prozentpunkte auf 24 Prozent gestiegen. 20 Prozent von ihnen sind in leitenden oder geschäftsführenden Positionen tätig, neun Prozentpunkte mehr als 2020.

14,4 Prozent der Studios melden einen Umsatz von über zehn Millionen Euro (2020: 6,4 Prozent), 27 Prozent der Studios knackten die Umsatzmillion (2020: 18 Prozent). Allerdings besteht die Branche immer noch hauptsächlich aus Studios, die weniger als 300.000 Euro Umsatz machen (55 Prozent der Studios). Fast zehn Prozent der befragten Studios konnten 2022 neues Kapital beschaffen. Das Umsatzwachstum soll sich 2023 fortsetzen. Während die Zahl der in Produktion befindlichen Videospiele zwischen 2022 und 2020 um sieben Prozent zurückging, auch wegen längerer Produktionsprozesse im Kontext von Covid-19, blieb die Zahl der veröffentlichten Games stabil. Alles in allem sollen 1.257 Titel in Produktion sein. 68 Prozent der veröffentlichten Games sind Original Creations.

Die französische Gamesbranche ist nach wie vor von einer starken unabhängigen Studio-Kultur geprägt, aber der Einfluss von Publishern nimmt von Jahr zu Jahr zu. Während 2019 39 Prozent der Studios mit einem Publisher zusammenarbeiteten, ist diese Zahl 2020 auf 53 Prozent und 2022 auf 62 Prozent angestiegen. Der SNJV hebt hervor, dass das eine gute Nachricht sei, da der Marktzugang immer komplexer und kostspieliger werde.

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Written by

Marcel Kleffmann
Marcel Kleffmann is Chief of Content of GamesMarket and our B2B and B2C expert for hardware, market data, products and launch numbers with more than two decades of editorial experience.