Studien prognostizieren Rekordumsätze im Internet
Sowohl die Gesellschaft für Konsumforschung als auch das Marktforschungsinstitut Forrester Research sagen national bzw. international einen neuen Boom für den elektronischen Warenhandel voraus. Besonders das Saisongeschäft zu Weihnachten soll in Europa mit 7,6 Milliarden Euro einen neuen Höhepunkt erreichen.
Neben dem Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE), der für das Jahr 2002 einen Onlineshoppingumsatz in Höhe von acht Mrd. Euro vorausgesagt hat, sehen auch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) und die Marktforscher von Forrester Research rosige Zeiten auf den elektronischen Handel zukommen. Laut GfK werden in Deutschland voraussichtlich Waren im Wert von mehr als 4,7 Milliarden Euro im Gesamtjahr 2002 verkauft. Gegenüber dem Vorjahresumsatz von 4,3 Milliarden Euro ist das erneut ein deutliches Wachstum.
"Oh, du fröhlicher E-Commerce"
Die Online-nachfrage der Privathaushalte vor allem nach Medienprodukten, also Büchern, Tonträgern und Videos, sowie technischen Gebrauchsgütern wie Computern oder Telekommunikationsprodukten sei in den ersten Monaten ungebrochen gewesen. Gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum hätten sich die Verbraucher beim Shopping per Mausklick aber deutlich zurückgehalten. Die durchschnittliche Zahl der Einkäufe je Kunde und die Ausgaben pro Onlineeinkauf seien im ersten Halbjahr 2002 bei allen Produktgruppen stabil geblieben. Damit werde deutlich, dass steigende Umsätze im Internet vor allem aus dem Anstieg der Käuferzahl im Internet resultierten, so die GfK.
Auch müssten Internethändler neue Leistungen und Sortimente anbieten, um für User attraktiv zu sein. Das Saisonalgeschäft zu Weihnachten ist dabei nicht nur für den stationären Handel wichtig. Laut einer neuen Studie von Forrester Research kann für das diesjährige Weihnachtsgeschäft mit Rekordumsätzen im Internet gerechnet werden: In Europa sollen Kunden online rund 7,6 Milliarden Euro ausgeben - ein Plus von 86 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aber auch die Vorabinformation im Internet spielt laut Forrester eine wachsende Rolle: In Europa rechnen die Marktforscher demnach mit so genannten Net-influenced Sales von rund 20 Milliarden Euro, ein Viertel davon soll allein in Deutschland anfallen.
Im Vergleich zum Vorjahr sollen nun europaweit rund 41 Millionen Kunden des traditionellen Handels sich zunächst online informieren - ein Zuwachs von 33 Prozent. Bei der Zahl der reinen Internetkäufer liegt Deutschland mit 18 Millionen Kunden laut Forrester vor Großbritannien, allerdings geben die Deutschen online pro Kopf rund 30 Prozent weniger aus als die Briten. Gründe dafür seien die vergleichsweise geringe Zahl verfügbarer Kreditkarten sowie Sicherheitsbedenken. Nach Angaben des Beratungsunternehmens liegen die deutschen Onlineumsätze im Saisongeschäft bei rund 2,2 Milliarden Euro.