Take 2 will Erfolg ohne neues "GTA" übertreffen
Vor allem dank der Marke "Grand Theft Auto" hat sich Take 2 in der internationalen Riege der Toppublisher fest etabliert. In diesem Jahr soll der Erfolg auch in Deutschland ohne einen neuen "GTA"-Teil übertroffen werden. Dazu stellt das Unternehmen auf eine labelzentrierte Kommunikation um und bereitet sich auf sein erstes Kinderspiel vor.
Die Entwicklung von Take 2 Interactive in den vergangenen 24 Monate ist wohl kaum mit der eines anderen international agierenden Publishers zu vergleichen. Allein im vergangenen Geschäftsjahr, das am 31. Oktober endete, stieg der Umsatz von Take 2 um 77 Prozent. Und da war der aktuelle Toptitel "GTA - Grand Theft Auto: Vice City" noch nicht einmal in allen Ländern auf dem Markt. Auch die im deutschsprachigen Raum bis dato rund 350.000 verkauften Units fließen erst in die nächste Fiskaljahresabrechnung ein. Und von einem Abebben des Erfolgs kann noch lange nicht die Rede sein: Bis Ende Februar wird "Vice City" auch in Deutschland den Vorgänger "GTA 3" übertrumpft haben. Von Take 2 kommen dann das erfolgreichste und das zweiterfolgreichste PS2-Spiel in Deutschland.
Neue Labelstrategie angekündigt
Den Fehler manch anderer Publisher, jedes Jahr einen neuen Teil einer Reihe auf den Markt zu bringen, will Take 2 nicht begehen. "Uns ist es sehr wichtig, dass wir die Marke aufbauen und nicht verheizen", sagt PR-Manager Markus Wilding. Doch auch ohne ein neues "Grand Theft Auto" soll der Erfolg des Vorjahrs übertroffen werden. Das Line-up sei breit genug, um dieses Ziel zu erreichen, meint Marketing Director Matthias Wehner. Zumal noch nicht alle Titel für 2003 angekündigt wurden.
Doch selbst die Titel, deren Release bereits gesichert ist, haben großes Potenzial. Ein Beispiel ist "Tropico 2". Laut Wehner könnte "Tropico 2" in der Erstvermarktung den Erfolg des Vorgängers toppen und die Grenze von 100.000 verkauften Units überschreiten. Eine ausreichend große Fangemeinde sei vorhanden. Schließlich liegen die kumulierten Verkäufe, inklusive der Vermarktung über die ak-tronic-Pyramide, bei mehr als 250.000 Units. "Wir freuen uns sehr, dass wir auch erfolgreiche Themen außerhalb des Action-Genres haben, die weitere Zielgruppen erreichen", sagt Wehner. Auch dürfe man trotz des unglaublichen Erfolgs von "Vice City" nicht vergessen, dass die PlayStation-2-Besitzer im Vergleich zu den PC-Besitzern in Deutschland eine Minderheit darstellten. Wohl auch deshalb rechnet sich Take 2 gute Chancen für 2003 aus. Das PC-Line-up ist stärker denn je, glaubt Wilding.
Neben "Tropico 2", der PC-Umsetzung von "GTA: Vice City" sowie einem vollkommen neuen Titel der "Stronghold"-Macher Firefly Studios steht für Herbst das wohl wichtigste Take-2-PC-Spiel des Jahres auf der Releaseliste: "Railroad Tycoon 3". Firmenintern spricht man von dem Spiel bereits als "Anno 2003". Dank erfolgreichem Vorgänger, der Beliebtheit des Genres und des Themas Eisenbahn sei das Potenzial in Deutschland besonders groß.
PC-Line-up stärker den je
Die Vermarktung des umfangreichen Software-Line-ups ist jedoch nicht der einzige Punkt, der bei Take 2 Interactive in diesem Jahr auf der To-do-Liste steht. Eine grundlegende Veränderung in der Kommunikationsstrategie ist ebenso geplant wie der Startschuss im Bereich Zubehör. Last but not least hat man kürzlich ein Abkommen mit Disney Interactive über ein Spiel zum Film "Ferkels großes Abenteuer" geschlossen. Für Take 2 steht damit auch der Einstieg in den Markt der Kinderspiele auf dem Programm.
Nachgefragt: Matthias Wehner, Marketing Director Take 2 Interactive
Take 2 fokussiert bei der Enverbraucherkommunikation künftig seine Publishinglabel. GamesMarkt.de sprach mit Matthias Wehner, Marketing Director von Take 2, über die geplanten Änderungen.
GamesMarkt.de: Take 2 Interactive hat eine strategische Neuausrichtung in der Außenkommunikation angekündigt. Was genau wird sich verändern?
Matthias Wehner: Der Firmenname Take 2 wird in den Hintergrund treten. Stattdessen werden wir die Label Rockstar Games, Gathering, Global Star und Gotham Games stärker kommunizieren. Rockstar Games wird dabei als Premiummarke weltweit besonders im Fokus stehen.
GM: Eine erfolgreiche Labelstrategie ist in der Spielebranche aber bisher eher eine Ausnahmeerscheinung...
Wehner: Das stimmt. Der Aufbau von Labels ist in unserer Branche schwierig. EA Sports ist bislang die klassische Ausnahme. Allerdings wurde uns selbst von Mitbewerbern zu verstehen gegeben, dass wir mit Rockstar Games auf dem richtigen Weg sind. Insofern sind wir sehr optimistisch.
GM: Wie teilt sich das Portfolio auf die Labels auf?
Wehner: Rockstar Games ist die Premium-Lifestyle-Marke, Gathering die Premiummarke für PC-Spiele. Unter Global Star werden alle PC-Titel zusammengefasst, die nicht unter Gathering laufen. Und Gotham Games konzentriert sich auf die Veröffentlichung von Konsolentiteln.
GM: Verschwindet der Name Take 2 ganz?
Wehner: Nein. Eine komplette Auflösung des Namens Take 2 wäre auch in Hinblick auf die Börsennotierung gar nicht möglich. Allerdings beschränkt sich Take 2 ausschließlich auf den B-to-B-Bereich. In der Außenkommunikation zum Verbraucher wird Take 2 nicht mehr in Erscheinung treten.