test.drive: "DTM Race Driver 2 - Ultimate Racing Simulator"
Während "DTM Race Driver" voll und ganz auf den eher unpopulären Tourenwagensport fokussiert war, ist beim erweiterten Nachfolger, der auch Xbox Live unterstützt, Abwechslung Trumpf.
Bei der Fortsetzung der Rennspielsimulation wurden neben den hochgezüchteten Tourenwagen auch Rallyeboliden, Formel-1-Flitzer, GT-Schlitten und sogar LKWs und Trucks ins Spiel integriert. Die insgesamt 35 lizenzierten Autos, von denen der Großteil erst freigespielt werden muss, reichen von Muscle-Car-Oldies, wie dem Ford Mustang von 1968, bis hin zu modernen Sportwagen, darunter Mercedes CLK und Audi TT. Unter den 48 Rund- und Rallyepisten finden sich neben einigen unbekannten Wald-und-Wiesen-Kursen viele Originalstrecken mit großem Namen: Mit dabei sind u. a. der Grand-Prix-Kurs von Barcelona, Laguna Seca, Brands Hatch, Kyalami sowie der Texas Motor Speedway. Zudem sicherte sich Codemastersfünf Rundstrecken aus deutschsprachigem Gebiet, darunter Hockenheimring, Nürburgring und A1-Ring. Der Realitätsgrad wurde im Vergleich zum Vorgänger etwas abgespeckt; Tuningmodi und Qualifikationsläufe sind diesmal nicht enthalten.
Neben dem "Simulations"-Modus (freies Rennen, Zeitfahren, Mehrspielerduelle) ist erneut die Pilotenlaufbahn das Herzstück von "DTM Race Driver 2": Hier erlebt der Spieler eine komplette Rennkarriere, inklusive einer umfassenden DTM-Saison und 35 Minuten gerenderter Zwischensequenzen, in denen die Handlung rund um einen jungen Rennfahrer aus der Egoperspektive vorangetrieben wird. Das benzingeschwängerte Abenteuer beginnt mit der Aufnahme ins Team von Balexley Motors: Die Probefahrt mit dem Ford GT und erste Positionskämpfe im australischen Surfer's Paradise gehen mühelos vonstatten, doch schon bald fordert der Teamchef Podestplätze und Siegprämien.
Die Rennen gegen 20 Computerfahrer sind dank der deutlich verbesserten KI eine echte Herausforderung: Auf den Kursen wird gedrängelt, was das Gaspedal hergibt. Im Eifer des Gefechts verbremsen sich die CPU-Gegner sogar gelegentlich selbst und schlittern ins Kiesbett. Bei 21 gleichzeitig rasenden Wagen sind Unfälle vorprogrammiert. In diesem Zusammenhang ist höchst erfreulich, dass Codemasters das Schadensmodell von Grund auf neu entwickelt hat: Die Kollisionen werden jetzt akkurat berechnet, das anfangs glitzernde Blechkleid verwandelt sich schon nach kurzer Zeit in einen rollenden Schrotthaufen. War das im Vorgänger kein größeres Problem, wirken sich Schäden neuerdings nicht nur auf die Optik, sondern auch auf das Fahrverhalten aus - ganz abgesehen davon, dass jetzt nach einem fatalen Zusammenstoß das Rennen für den Spieler beendet ist. Motor, Getriebe, Stoßdämpfer etc. werden separat behandelt und verfügen über mehrere Schadensstufen.
Doch nicht nur das Schadensmodell wurde gründlich renoviert, auch die sonstige Grafik ist mit stabiler Bildrate und authentischen Rennkulissen zeitgemäß. Die röhrenden Motorengeräusche liefern zudem die passende Klangkulisse. Interessant für Xbox-Live-Abonnenten: "DTM Race Driver 2" unterstützt Microsofts Onlinedienst; bis zu zwölf Teilnehmer treten im Netz gegeneinander an. Die Cutscenes im Storymodus aus der ungewöhnlichen Ich-Perspektive sind zwar durchaus innovativ, mangels fehlender Schnitte und verschiedener Kameraperspektiven kommt aber nicht immer die von den Entwicklern beabsichtigte Stimmung auf.
Fazit: PC- und Xbox-Besitzer freuen sich über das riesige Wagen-, Strecken- und Meisterschaftenangebot. Da "DTM Race Driver 2" auch in den Bereichen Präsentation und Steuerung punktet, ist der Titel ein Pflichtkauf für Genrefans.