Eine gute und eine schlechte Nachricht: Ubisoft freut sich über einen gelungenen Verkaufsstart von "Assassin's Creed Mirage", während "The Lamplighters League" von Paradox Interactive floppt.

Der ziemlich volle Releasekalender im Oktober fordert seinen Tribut. Hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist "The Lamplighters League" von Harebrained Schemes ("Shadowrun Trilogy" und "BattleTech") und Paradox Interactive. Das Taktik-Abenteuer ist Anfang Oktober veröffentlicht worden und fand kaum Anklang, trotz ordentlicher, aber nicht überragender Kritiken. "The Lamplighters League ist ein unterhaltsames Spiel mit vielen Stärken. Auch wenn wir vorsichtig optimistische Spieler:innenzahlen bei den Abonnementdiensten sehen, war die kommerzielle Resonanz zu schwach, was offen gesagt eine große Enttäuschung ist. Gamesprojekte sind von Natur aus immer mit Risiken behaftet, aber letztendlich haben wir nicht das Niveau erreicht, das wir erreichen sollten. Das ist zwar schmerzhaft, macht uns aber umso ehrgeiziger, die Ärmel hochzukrempeln und es besser zu machen", sagt Fredrik Wester, CEO von Paradox Interactive.

Der schwedische Publisher hat beschlossen, die aktivierten Entwicklungskosten für das Spiel komplett abzuschreiben, zusätzlich zu der regulären degressiven Abschreibung, die während der ersten drei Monate des Spiels vorgenommen wird. Die gesamten Entwicklungskosten, rund 320 Millionen SEK, fast 28 Millionen Euro, werden im vierten Quartal 2023 als Kosten verbucht. Die Auswirkungen des Spiels auf den Gewinn vor Steuern für das vierte Quartal werden auf -21,48 Millionen Euro geschätzt. Die Abschreibung resultiert aus einer revidierten Umsatzprognose, die nach der Veröffentlichung des Titels erstellt wurde, zumal Paradox auch recht wenig ins Marketing investiert hatte, abgesehen von der Platzierung im Xbox Game Pass. Auch beim Dev-Team Harebrained Schemes wurde der Rotstift abgesetzt. Schon vor Release des Titels wurden Mitarbeitende entlassen, in einschlägigen Foren ist sogar die Rede davon, dass 80 Prozent des Teams wären betroffen.

Paradox Interactive hat kürzlich "Star Trek: Infinite" veröffentlicht, das immerhin besser startete als "The Lamplighters League", aber weit hinter "Stellaris" zurückliegt. Am 24. Oktober 2023 wird dann der potenzielle Millionenseller "Cities Skylines II" auf PC erscheinen. Die Konsolen-Umsetzungen wurden kürzlich auf Anfang 2024, um die Städtebausimulation besser auf PS5 und Xbox Series X|S anpassen zu können. Auch Erweiterungen für "Hearts of Iron IV" und "Age of Wonders 4" sind in der Pipeline.

Ubisoft hingegen freut sich über den erfolgreichen Launch von "Assassin's Creed Mirage". Das Spiel mit größeren Stealth-Fokus ist der größte "Next-Gen-Launch" von Ubisoft auf PlayStation 5 und Xbox Series X|S in Bezug auf verkaufte Units. Konkrete Zahlen nannte der französische Publisher nicht. Die Anzahl der Spielenden ist in etwa auf der Höhe von "Assassin's Creed Origins" (2016) und "Assassin's Creed Odyssey" (2017), aber "Assassin's Creed Valhalla" (2020) war wohl noch etwas erfolgreicher. Der Publisher bedankt sich beim federführenden Devstudio Ubisoft Bordeaux. Insgesamt wurden 60 Millionen Leaps of Faith, 479 kollektive Jahre beim Parkour über den Dächern von Bagdad und 1,2 Millionen gestreichelte Straßenkatzen in "Assassin's Creed Mirage" gezählt. Derzeit hat Ubisoft keine Erweiterungspläne für den Titel.

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Marcel Kleffmann
Marcel Kleffmann is Chief of Content of GamesMarket and our B2B and B2C expert for hardware, market data, products and launch numbers with more than two decades of editorial experience.