Während sich im Weihnachtsgeschäft die Promotoren im deutschen Handel fast schon gegenseitig auf die Füße treten, hat Ubi Soft die größte Handelsaktion des Geschäftsjahrs releasebedingt in die Osterzeit gelegt.

Die Veröffentlichungstermine von "Splinter Cell", "Rainbow Six 3 - Raven Shield" und "Rayman 3" waren der Hauptgrund, warum Ubi Soft gemeinsam mit Karstadt eine Handelspromotion rund um Ostern organisiert hat. Laut Stefan Heikhaus, Trade Marketing Manager von Ubi Soft, war die Aktion "Frühjahrserwachen" aber auch ein Test, ob dieser Zeitraum überhaupt interessant für Promotions sei. Die Bilanz von Ubi Soft führt sowohl Vor- als auch Nachteile auf.

So ist die Kundenfrequenz geringer als in den Wintermonaten. Auch finden interne Umbauten in den Stores eher vor Ostern als in der Vorweihnachtszeit statt. Auf der anderen Seite war man allein im Markt präsent, was natürlich auch eine größere verfügbare Fläche bedeutete. Die geringere Kundenfrequenz konnte zudem für eine intensivere Betreuung der Kunden genutzt werden. Doch nicht nur durch den ungewöhnlichen Zeitpunkt bewies Ubi Soft mit der Aktion "Frühjahrserwachen" Pioniergeist: Die Promotionaktion fand unmittelbar nach Inkrafttreten des neuen Jugendschutzgesetzes statt, das die Präsentation von Demos und In-Game-Footage am Point of Sale gerade von Titel wie "Splinter Cell" stark einschränkt.

"In Bezug auf das Jugendschutzgesetz haben wir 'Splinter Cell' zusammen mit 'Rainbow Six - Raven Shield' auf der anderen Seite des Aufbaus gezeigt. Im Nachhinein war dies sogar ein Glücksfall, weil so die gesamte Fläche offen gestaltet blieb und durch üppige Dekomaterialien 'nett' geschlossen wurde", sagt Heikhaus. Während des Aktionszeitraums habe es dennoch einige Momente gegeben, in denen der Aufbau der Fläche wegen der neuen Gesetzeslage und dem damit verbundenden Informationsbedarf hätte scheitern können. "Die gute Kommunikation aller Beteiligten sorgte jedoch für eine schnelle und erfolgreiche Lösung", lobt Heikhaus insbesondere die Arbeit der Karstadt-Abteilungsleiter.

Eine gute Zusammenarbeit mit den Leuten an vorderster Front ist für ihn auch oberste Prämisse für den Erfolg einer Promotion. Schließlich trifft der jeweilige Abteilungsleiter am Aufbautag alle Entscheidungen, auch über eventuelle Umgestaltungen der Fläche. Weit schwieriger als die Problemlösung bei der Durchführung der Promotion ist es jedoch, den Erfolg einer Promotion zu beurteilen. Messbare Fakten wie die verkaufte Menge oder die Anzahl der Kontakte sind nicht allein entscheidend. "Andere Faktoren wie Brand- und Produktimage oder auch der Ausbau der Zusammenarbeit mit den Handelspartnern sind ebenfalls sehr wichtig und tragen maßgeblich zum Erfolg von Promotions bei", erklärt Heikhaus. Für ihn steht nach der positiven Resonanz der Karstadt-Kooperation, aber auch der Zusammenarbeit mit der Media Markt/Saturn-Gruppe im vergangenen Weihnachtsgeschäft fest, dass im Lauf des Jahres weitere spezielle Aktionen auch mit neuen Handelspartnern durchgeführt werden.

Nachgefragt bei Stefan Heikhaus

GM: Wie wählen Sie die jeweiligen Outlets für eine Aktion aus?

Stefan Heikhaus: Mit jedem Partner fällen wir individuell die Entscheidung für oder gegen ein Outlet. Im Vorfeld unterteilen wir nach Regionen und legen hier einen regionalen Pool mit interessanten Outlets fest. Kriterien sind hier Umsatz, vorhandene Fläche, generelle Verfügbarkeit und die bisherige Zusammenarbeit bei Promotions.

GM: Wie wichtig sind Gewinnspiele und andere Aktionen zur Adressgenerierung bei Promotions?

Heikhaus: Reine Vorführaktionen sind ihr Geld meist nicht wert. Wenn ich will, dass sich Kunden an Ubi Soft und/oder an ein Produkt erinnern, muss ich ihnen eine Emotion mit auf den Weg geben. Dies erreiche ich u. a. durch Gewinnspiele, aber auch durch allerlei sonstige parallele Aktionen.

GM: Wie aufwendig sind bundesweite Promotions für Sie, und wie hilfreich sind Spezialagenturen?

Heikhaus: Es kommt darauf an. Wenn es sich um eine Dekopromotion handelt, ist der Aufwand verhältnismäßig gering. Spezialagenturen führen solche Aktionen mehrmals im Jahr durch, die Abläufe sind jedes Mal dieselben. Völlig anders sieht es bei Eventpromotions aus. Hier muss jedes Mal Neuland betreten werden, z. B. durch eine außergewöhnliche Inszenierung unterschiedlichster Themen. Eine auf unsere Branche spezialisierte Agentur kann mit ihren Erfahrungen sicherlich geeignete Outlets, in der Materialbeschaffung und Personalorganisation viel zu Effizienz und schlussendlich zum Gesamterfolg beitragen. Jedoch erfordert die eigentliche Ideenfindung, die ein Event "einzigartig" macht, sehr viel Einsatz vom Auftraggeber.

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