UBM Tech Web, die Firma hinter der Game Developer Conference, wird 2017 keine europäische GDC-Ausgabe vor der gamescom organisieren. Ob das Aus der GDCE in Zusammenhang mit dem neuen gamescom-Termin steht ist unklar.

UBM Tech Web hat mit einem Newsletter an alle diesjährigen GDC Europe-Besucher die Katze aus dem Sack gelassen. 2017 wird es keine europäische GDC mehr geben. Man wolle stattdessen die Hauptkonferenz in San Francisco weiter ausbauen und sehe dort auch eine immer größere Beteiligung aus Europa. Weitere Gründe nannte UBM Tech Web nicht.

Es ist allerdings anzunehmen, dass die Terminverschiebung der gamescom der GDCE nicht gerade entgegen kam. Schon jetzt waren am Mittwoch, als sich beide Events überschnitten, die Vorträge der GDCE merklich schwächer besucht. Mit dem auf Dienstag vorgerückten Termin der gamescom wäre es wohl noch schwerer eine Konferenz zu organisieren, ohne auf das Wochenede vor oder nach der Messe auszuweichen. Auch dass BIU und Koelnmesse den neuen Termin verkündeten, ohne dass UBM Tech Web mit an Bord war, deutete bereits auf ein mögliches Ende der Partnerschaft hin.

Allerdings ist es gut möglich, dass sich UBM ohnehin von der GDCE zurückziehen wollte. Die Game Developer Conference hatte es schließlich schon immer schwer in Europa. Bereits  wollte die wichtigte Entwicklerkonferenz der Welt einen Europa-Ableger etablieren. Dazu dockte man damals an die ECTS an, der britischen Spielemesse, die vor der Jahrtausendwende so etwas wie die europäische Leitmesse für Games war. Bis 2005 und auch nach dem Aus der ECTS gab es eine GDCE in London, doch die konnte auch nicht ansatzweise mit dem US-Vorbild mithalten. Das änderte sich erst mit dem  der deutschen Gamesmesse von Leipzig nach Köln. Gab es in Leipzig mit der GCDC noch ein eigenes Entwicklerevent setzten BIU und Koelnmesse hier auf eine Kooperation mit der GDC.

Im Nachhinein war aber auch diese Partnerschaft eher schwierig. Es dauerte Jahre bis sich die GDCE in Form eines Gemeinschaftsstands auch auf der gamescom wiederfand. Und als gamescom-Fachbesucher konnte man selbst am Messe-Mittwoch nicht durch den GDCE-Eingang aufs Messegelände. Hinzu kam, dass Aruba Events der GDCE mit der Respawn eine wesentlich preisgünstigere Veranstaltung entgegensetzte. Und je enger die Kooperation zwischen gamescom, GDCE und Respawn wurde, desto mehr musste man sich fragen, ob die hohen Eintrittspreise einer GDCE wirklich gerechtfertigt sind. Zumindest diese Frage ist für 2017 vom Tisch. Bleibt nur abzuwarten, ob namhafte Entwickler auch ohne GDCE den Weg nach Köln auf sich nehmen.

Share this post

Written by

Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.