Umsatz der französischen Gamesbranche geht 2022 leicht auf 5,5 Mrd. Euro zurück
In Frankreich hat sich der Markt für Computer- und Videospiele im Jahr 2022 robust gezeigt. In einem schwierigen Umfeld gingen die Umsätze um 1,6 Prozent zurück. Während sich im Konsolen-Bereich vor allem Hardware-Lieferschwierigkeiten bemerkbar machten, schaffte der PC-Sektor einen Umsatzsprung bei der Gamessoftware.
Der Markt für Computer- und Videospiele in Frankreich blieb 2022 in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld weitgehend stabil und verzeichnete einen leichten Umsatzrückgang von 1,6 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro im Vergleich zu 2021. Trotz des Rückgangs ist dies die "drittbeste historische Performance". Die Daten stammen vom "Syndicat des Editeurs de Logiciels de Loisirs", kurz SELL, dem französischen Verband der Herausgeber von Unterhaltungssoftware. Die Widerstandsfähigkeit des Marktes wird einerseits durch ein strukturell solides Fundament und andererseits durch die anhaltend hohe Nachfrage begründet, schließlich sollen sieben von zehn Franzosen zumindest gelegentlich Videospiele spielen.
"Trotz der konjunkturellen Schwierigkeiten im Jahr 2022 aufgrund des Inflationsdrucks und der Lieferschwierigkeiten hat sich die gesamte Branche als widerstandsfähig erwiesen. Die Begeisterung der Franzosen für Videospiele spiegelt sich in einer starken Nachfrage und sehr guten Leistungen bei den Softwareverkäufen wider, insbesondere bei PC-Spielen und den zahlreichen Konsolen-Neuheiten, die 2022 veröffentlicht wurden. Es handelt sich um eine dauerhaft vorhandene Dynamik, die äußerst positive Aussichten für die kommenden Jahre eröffnet", Julie Chalmette, Vorsitzende des SELL.
Der Konsolen-Bereich, der Hardware, Software und Zubehör umfasst, war für knapp 46 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich, knapp 2,56 Milliarden Euro. Der im Vergleich zum Vorjahr liegende Rückgang in Höhe von 6,6 Prozent wird hauptsächlich auf Lieferschwierigkeiten bei Konsolen-Hardware zurückgeführt, da die "sehr starke Nachfrage" nicht befriedigt werden konnte. Allein bei der Hardware wurde ein Rückgang um 19 Prozent im Vergleich zu 2021 verzeichnet. Der Absatz von Gamessoftware blieb mit einem kleinen Minus von einem Prozent nahezu unverändert, was der SELL auf die über das ganze Jahr verteilte Veröffentlichung von "mit Spannung erwarteten Spielen" zurückführt. 55 Prozent der verkauften Vollpreistitel wurden im Retail-Bereich abgesetzt, vier Prozent mehr als im Vorjahr. 45 Prozent entfallen auf Digitalverkäufe.
Der Umsatz im PC-Bereich stieg um 5,8 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro und machte 28 Prozent des Gesamtumsatzes des Spielemarkts aus. Der Branchenverband ordnet diese Entwicklung als "historisch einmalige Leistung" ein, obgleich im PC-Hardware-Bereich ein Umsatz-Minus von drei Prozent und beim PC-Zubehör um zehn Prozent unter dem Strich stand. Dafür stieg der Umsatz mit PC-Games um stolze 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Im Mobile-Gaming-Sektore wurden stabile 1,41 Milliarden Euro erwirtschaftet.
Die Zahlen für den deutschen Markt sollten in den nächsten Wochen veröffentlicht werden. 2021 wuchs der Umsatz hierzulande mit Games und Gameshardware um 17 Prozent auf rund 9,8 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2022 verlangsamte sich das Wachstum auf zwei Prozent. Der Umsatz mit Computer- und Videospielen sowie entsprechender Hardware belief in den ersten sechs Monaten 2022 auf rund 4,5 Milliarden Euro. Sollte sich diese Tendenz, vor dem Hintergrund der französischen Marktdaten, im Gesamtjahr fortsetzen, ist ein Minus von zwei oder drei Prozentpunkten im Vergleich zu 2021 durchaus möglich.
Die meistverkauften Retail-Games in Frankreich 2022 (Verkaufszahlen laut Statista)