US-Kongress fordert Gamesunternehmen zu Stellungnahmen über Online-Hass auf
Abgeordnete des US-Kongress fordern die Hersteller großer Onlinegames zu einer Stellungnahme über ihre Mittel gegen Hass in Chats und Voicechats auf. Grund für das Handeln ist eine Studie der ADL, die einen Anstieg der Diskrimierung in Onlinegames aufzeigt.
Basierend auf einer aktuellen Studie der Anti-Defamation League (ADL), die Hass und Diskriminierung in Online-Games untersucht und zu einem äußerst kritischen Urteil kommt, haben nun sieben Mitglieder der Demokraten im US-Kongress einen Brief an diverse Gamesunternehmen verfasst. Darin stehen Forderungen an die Unternehmen, offenzulegen, wie sie auf Meldungen reagieren, Online-Diskriminierung entgegenwirken und welche Mittel sie einsetzen, um toxisches Verhalten zu unterbinden. Laut dem ADL-Bericht haben 77 Prozent der Erwachsenen und 66 Prozent der Jugendlichen über Erfahrungen mit Diskriminierung in Online-Spielen berichtet. 2021 lag diese Zahl noch bei 71 Prozent unter den Erwachsenen und 60 Prozent bei Jugendlichen. Außerdem berichteten 60 Prozent der Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren von ähnlichen Belästigungen.
Unter den Empfängern sind Microsoft und Sony, Activision Blizzard,EA, Tencent, Valve,Epic, Roblox, Square Enix, Take-Two und Riot Games. Auch das Acht-Leute-Team Innersloth, das mit seinem Überraschungs-Multiplayer-Hit "Among Us" Millionen Spieler:innen erreicht, erhält den Brief.
"Wir wissen, dass Online-Spiele, wie die, die Sie erstellen, weit verbreitete Räume sind, in denen Millionen von Menschen mit überwältigender Mehrheit positive soziale Verhaltensweisen erleben," heißt es im Entwurf des Briefes. "Sie sind jedoch auch Räume, in denen Hass, Belästigung und Extremismus sich ausbreiten können, und wir sind besorgt über das Gesamtvolumen und die Zunahme der Berichte von Spielern über diese negativen Begegnungen."
Der Brief ist keine gesetzlich bindende Maßnahme und die Unternehmen sind nicht verpflichtet, darauf zu reagieren. Kongress-Mitglied Lori Trahan aus Massachusetts, eine der Mitorganisatorinnen des Briefs, stellt jedoch gegenüber Axios klar, dass sie "genau hinsehen" würden, wer reagiert und wie. Die Antworten und weiteren Handlungen der Unternehmen könnten damit die Basis für kommende gesetzliche Maßnahmen darstellen.
Pascal Wagner