Im Berufungsverfahren um die von der Stadt St. Louis erlassenen Verkaufsbeschränkungen für Videospiele an Kinder- und Jugendliche kam es zu einer ersten Anhörung. Mit einem Urteil wird jedoch erst im Verlauf des Jahres gerechnet.

Der US-Branchenverband IDSA hat sich wieder einmal für die Rechte der Branche vor einem US-Gericht stark gemacht. Wie Reuters berichtet, gab es nun eine erste Anhörung vor einem US-Bundesberufungsgericht. Die drei Richter sollen nach Willen der IDSA ein Urteil einer niedrigeren Instanz aufheben und die von der Stadtverwaltung St. Louis ausgesprochenen Vertriebsbeschränkungen für Computer- und Videospiele als verfassungswidrig erklären. IDSA-Anwältin Deanne Maynard sagte, die Stadtverwaltung sei bei ihrem Bestreben, Kinder vor jugendgefährdenden Inhalten zu schützen, zu weit gegangen. "Das ist, als würde man ein Haus abbrennen, nur um ein Schwein zu braten", zitiert Reuters Maynard. Die in ihren Augen richtige Lösung wäre eine intensive Aufklärung von Eltern über das US-Ratingsystem. Der Anwalt der Gegenseite führte hingegen die Arbeit von Craig Anderson von der Iowa State University an, der eine Verbindung zwischen Gewalt in Spielen und dem Verhalten im realen Leben herstellt. Im vergangenen Jahr gab es dazu jedoch einen gemeinsamen Brief von 33 weiteren Wissenschaftlern u. a. vom MIT und der Universität London, die die Ergebnisse anzweifeln. Mit einem Urteil des Berufungsgerichts, das für die Branche in den USA wegweisend sein könnte, wird erst im Verlauf des Jahres gerechnet.

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Written by

Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.