USA: Konsolenmarkt erreicht Rekordniveau
Mit einem Umsatz von 10,5 Mrd. Dollar hat der Markt für stationäre und portable Videospielkonsolen in den USA einen neuen Rekord erreicht. Bei einer genaueren Analyse bleibt die Freude über das neue Hoch aus.
2005 war für die Konsolenbranche ein tolles Jahr. Nach Angaben der Nachrichtenagentur "Reuters" hat der Umsatz mit Konsolen-Hardware, -software und -zubehör in den USA einen neuen Rekord erzielt. Dies habe die Auswertung der NPD Group ergeben, in der Computerspiele nicht einbezogen werden. Insgesamt wurden 10,5 Mrd. Dollar erwirtschaftet. Das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr und 200 Mio. Dollar mehr als im bisherigen Rekordjahr 2002.
Doch trotz des Erfolgs will vor allem bei Analysten nicht so recht Freude aufkommen. Die Daten zeigen nämlich, dass der neue Rekord fast ausschließlich auf eine immense Umsatzsteigerung im Handheldbereich zurückzuführen ist. Allein der Umsatz durch die Softwareverkäufe bei den Handhelds legte im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent zu. Dies wiederum ist im erstaunlich vitalen Game Boy Advance-Geschäft sowie dem großen Erfolg der neuen Handhelds Nintendo DS und PlayStation Portable begründet.
Folglich muss es auch Segmente geben, die stark verloren haben. Und das sind die stationären Konsolen. Der Umsatz mit ihnen sank im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent. Der Umsatz mit der Konsolensoftware gab um ganze zwölf Prozent nach. Betrachtet man die "alte" Generation für sich, so zeigt sich, dass die Hardwarestückzahlenverkäufe von PS2, der original Xbox und GameCube 2005 um insgesamt 19 Prozent sanken.
Dass trotz des neuen Rekords nicht alles Gold ist, was glänzt, zeigen auch die für Handhelds und stationäre Konsolen kumulierten Softwareverkäufe: Sie sanken 2005 um 6,3 Prozent auf 190,3 Mio. "Dies ist ein schlimmer Einbruch", bringt es Michael Patcher, Analyst bei Wedbush Morgan Securities, gegenüber "Reuters" auf den Punkt.