ver.di verstärkt Druck auf Lidl
Die Gewerkschaft ver.di wirft der Discountkette Lidl vor, in den über 2600 Filialen die sozialen Mindeststandards nicht einzuhalten.
Nachdem Wal-Mart mit seinem Ethik-Kodex für Angestellte bereits für negative Schlagzeilen sorgte, verschärft sich jetzt auch beim Discounter Lidl der Konflikt um die Arbeitsbedingungen. Wie das "Handelsblatt" berichtet, brachte die Gewerkschaft ver.di in Berlin eine Zeitung in Umlauf, die in einer Auflage von 250.000 Exemplaren verbreitet werden soll. Darin werfe sie Lidl vor, in den über 2600 Filialen die sozialen Mindeststandards nicht einzuhalten. Falls sich daran nichts ändere, sei auch ein Boykott denkbar, soll ver.di-Handelsexpertin Agnes Schneider gesagt haben. Lidl soll die Vorwürfe zurückgewiesen haben.
Laut "Handelsblatt" knüpfte die Gewerkschaft damit an ein "Lidl-Schwarzbuch" an, das im Dezember erstmals erschienen war. Ziel sei es vor allem, die Bildung von Betriebsräten durchzusetzen. Bislang gebe es der Gewerkschaft zufolge in Deutschland erst acht Lidl-Betriebsräte. Eine Lidl-Sprecherin soll der Gewerkschaft im Gegenzug eine "Diffamierungskampagne" vorgeworfen haben. Auf eine juristische Auseinandersetzung wolle die Handelskette aber verzichten. Jeder Kunde könne sich selbst ein Bild davon machen, ob die Vorwürfe zutreffen oder nicht.