Vodafone sieht rasante Weiterentwicklung des Gaming-Marktes
Seit knapp zwei Wochen bietet Vodafone für seine Vertragskunden einen Gaming-Pass an. Für fünf Euro im Monat haben sie damit Zugriff auf eine Reihe an Spielen, die das monatliche Datenvolumen nicht länger aufbrauchen. In einem Interview erzählt André Nakonetzki, Head of Consumer Marketing Youth Customers bei Vodafone Deutschland, ein wenig über die Hintergründe des Projekts.
GamesMarkt: Wie entwickelte sich die Idee für den Gaming-Pass?
Nakonetzki: Seit längerem verfolgen wir mit großem Interesse die eSports-Szene und auch den Markt für Mobile-Gaming - und diese Bereiche wachsen in den letzten Jahren rasant. So sponsern wir schon seit knapp 2 Jahren das erfolgreiche eSports Team Mousesports. Im letzten Jahr kam unser Engagement bei der ESL, der Electronic Sports League, dazu. Hier wird Hochleistungssport in Hochleistungsnetzen betrieben. In diesem Umfeld lernen wir enorm viel und können gleichzeitig unser Knowhow als Netzbetreiber einbringen.
Diesen Austausch nutzen wir, um unsere Netze immer leistungsfähiger und schneller zu machen. Und um neue Dienste zu entwickeln, die unsere Kunden bei der Ausübung ihrer Leidenschaft unterstützen. Mit dem Vodafone Gaming-Pass beispielsweise bieten wir die Möglichkeit, beliebte kompetitive Mobile-Games auf dem Smartphone ohne Verbrauch des Datenvolumens überall und zu jeder Zeit spielen zu können. Das ist insbesondere für unsere jungen Kunden interessant. Denn die haben oft Angst, ihre monatlichen Mobilfunkdaten zu schnell zu verbrauchen. Stattdessen warten sie lieber auf den nächsten freien WLAN-Hotspot. In unseren aktuellen Young-Tarifen, dem Mobilfunkangebot für Kunden bis zum 27. Lebensjahr, kann der Gaming-Pass übrigens kostenlos hinzugebucht werden.
GM: Mit welchen Partnern arbeiten sie im Rahmen des Gaming-Passes zusammen?
N: Der Gaming-Pass ist nach Chat-, Social-, Music- und Video- der fünfte Vodafone Pass. Er umfasst derzeit neun Spiele, die von den Partnern Niantic, Supercell, Gameloft und Innogames kommen. Doch das ist nur eine Bestandsaufnahme - denn wir werden das Angebot in den kommenden Monaten massiv ausbauen. Dafür sprechen wir bereits mit weiteren großen Anbietern. Unser Wunsch ist es aber, dass auch kleinere Entwickler auf uns zukommen. Das bringt Vielfalt und erhöht die Attraktivität des Gaming-Passes.
GM: Wie können deutsche Entwickler vorgehen, um Teil des Angebotes zu werden?
N: Auf unserer Webseite haben wir ein Partnerportal für Entwickler aufgebaut. Hier können sich deutsche und internationale Spieleentwickler anmelden. Voraussetzung ist, dass das Game im Multiplayer-Modus über eine Online-Verbindung gespielt wird. Und der Spielzweck sollte eine Interaktion mit anderen Spielern ermöglichen. Ganz wichtig ist, dass der Datentraffic des Spiels nicht im monatlichen Mobilfunk-Volumen angerechnet wird. Dafür müssen wir den Datenstrom zum Beispiel über feste IP-Adressen zuverlässig identifizieren. Hier bleiben wir also mit den Publishern auch nach Erstintegration im ständigen Austausch - für den Fall, dass sich was ändert.
GM: Sind weitere Gaming-Angebote oder ein Ausbau des Gaming-Passes geplant?
N: Auf jeden Fall - denn wir sehen die Begeisterung unserer Mobilfunk-Kunden fürs Online-Gaming und die rasante Weiterentwicklung des Gaming-Marktes. Und neue Technologien, wie beispielsweise 5G mit hohen Datenübertragungen in Echtzeit, werden auch das Gaming- und eSports-Universum ständig weiterentwickeln. Man darf gespannt bleiben.