Wenn am 14. März der Verkauf der Xbox in Europa anläuft, werden zwei Jahre seit der Enthüllung der Konsole vergangenen sein. Wir lassen die wichtigsten Stationen Revue passieren - vom Gerücht bis zur Ankündigung, von der E3-Präsentation bis zum US-Start.

Es hatte fast den Anschein, als habe Microsoft sich von Gerüchten drängen lassen, in den Konsolenmarkt einzusteigen. Hartnäckig kursierten monatelang wildeste Spekulationen, bis Bill Gates persönlich dem lustvollen Treiben in den unzähligen Internetforen ein jähes Ende bereitete. Auf der Game Developer Conference im März 2000 stellte Gates der versammelten Entwicklerriege den Prototypen seiner Konsole vor und offenbarte erste technische Spezifikationen. Während zeitgleich eine Handvoll Journalisten in London und Tokio die gleichen Informationen bekamen, brach ein Begeisterungssturm unter den Entwicklern aus.

Xbox: Top-Secret-Chefsache bei Microsoft

Schnell war klar, dass Microsoft eine ähnlich breite Unterstützung von den so wichtigen Kreativgeistern der Spielebranche erhalten wird wie Sony Computer Entertainment mit seinen PlayStation-Systemen. Nach dieser Ankündigung wurde es zunächst auf offizieller Seite ruhig, und es wurde erneut kräftig spekuliert. Erstaunlich nur, dass sich einige der zahlreichen "Informationen" dann doch bewahrheiteten.

Schon früh wurde über einen Europa-Start erst im Jahr 2002 oder eine Produktionsanlage in Ungarn sinniert. Den Best-Shot erzielte dabei die Onlinesite VoodooExtreme, der es gelang, ein Foto des endgültiges Designs zu veröffentlichen - wenn auch nur für wenige Stunden. Fünf Tage später stellte wiederum Bill Gates persönlich das finale Design in seiner Eröffnungsrede der CES 2001 vor. "Die Xbox wird über Jahre hinaus Standards setzen", so Gates zuversichtlich.

Doch wie sollte es anders sein, bereits wenige Wochen nach der Rede Gates begann die Gerüchteküche erneut zu brodeln und spukte Handheldspekulationen mit dem Namen Xboy aus. Selbst Analysten klinkten sich in die Diskussion ein und redeten von einem Milliardengrab, gaben gleichzeitig aber zu bedenken, dass natürlich alles möglich und noch nichts entschieden sei. Microsoft reagierte angemessen und ließ Worten Taten folgen. Im Frühjahr 2001 wurden die ersten Spiele für Xbox präsentiert und ein Abkommen mit Dolby Laboratories bekannt gegeben, das Xbox die neueste Technologie in puncto Sound im Konsolenmarkt zusichert.

Auf der E3 2001machte das Unternehmen dann Nägel mit Köpfen: Die Konsole werde am 8. November für 299 Dollar in einer Auflage von 600.000 bis 800.000 Stück in den USA veröffentlicht. Ferner gab das Unternehmen bekannt, bis Jahresende würden 1,5 Mio. Units verfügbar sein, und mit den japanischen Spielefirmen Capcom und Sega sei eine intensive Zusammenarbeit beschlossen worden. Dass am Ende wohl nicht alle Versprechen gehalten würden, störte da kaum. Schließlich wurde der US-Release nicht um Monate, sondern nur um eine Woche verschoben.

Und das zum Day One einer Konsole normalerweise auch nicht immer 100 Prozent der geplanten Menge zur Verfügung stehen, ist in dieser Branche auch nicht sonderlich neu. Wichtig war und ist lediglich, dass der US-Start nachfolgend mehr als nur zufrieden stellend verlief. Nach Angaben von Microsoft wurden bis Jahresende sogar tatsächlich die prognostizierten 1,5 Millionen Units geshippt und auch verkauft.

Noch vor dem US-Debüt allerdings wurde es auch für die europäischen Microsoft-Niederlassungen ernst. In einem PR-Marathon wurden die europäischen Distributionspartner der Öffentlichkeit vorgestellt, ebenso wie der Launchtermin am 14. März und der nicht ganz unumstrittene Preis von 479 Euro. Die hitzigen Diskussionen kühlten sich aber schnell ab, so dass die Planungsverhandlungen mit dem Handel in den einzelnen Territorien sehr schnell konkret wurden. Wie diese Verhandlungen im deutschsprachigen Raum gelaufen sind, welche Marketingaktionen für den Start vorbereitet wurden, lesen Sie im Einzelnen auf den nachfolgenden Seiten unseres Specials.

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