Der VUD hat im Nachfeld einer entsprechenden Konferenz die Aktivitäten der Europäischen Union zur Bekämpfung der Produktpiraterie begrüßt. Unterdessen wird laut EU-Kommission vor allem im Bereich "Optical Discs" deutlich mehr beschlagnahmt.

Unter schwedische EU-Präsidentschaft fand Ende April in Stockholm eine Konferenz statt. Thematisiert wurde die effizientere Durchsetzung von Urheberrechten. Die anwesenden Vertreter politischer Institutionen betonten, wie wichtig der Kampf gegen Produktpiraterie für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in der Welt und insbesondere in Europa sei. Unter den Konferenzteilnehmern war auch Prinz El Hassan bin Talal, der an führender Position bei der World Intellectual Property Organisation (WIPO) tätig ist.

Im Rahmen der Konferenz gab die EU-Kommission auch einige Eckdaten im Kampf gegen die Produktpiraterie bekannt. So wurden 1999 durch die Zollbehörden nahezu 5000 Fälle aufgedeckt, in denen die Einfuhr von Piraterieprodukten versucht wurde. Dabei seien 25 Mio. Produkte verschiedenster Art beschlagnahmt worden. Ihr Marktwert wird auf mehr als 790 Mio. Euro beziffert. Obwohl noch keine genauen Gesamtdaten vorlägen, sei davon auszugehen, dass diese Zahlen für 2000 erheblich höher ausfallen werden. Das Ausmaß der Steigerung lässt sich bei "Optical Discs" absehen. 1999 wurden noch 260.000 Units an den EU-Grenzen beschlagnahmt; im vergangenen Jahr waren es schon annähernd sechs Mio. Stück.

Fürs kommende Jahr hat die EU-Kommission einige Maßnahmen zur Pirateriebekämpfung angekündigt. Ein Richtlinienentwurf sieht unter anderem vor, die rechtlichen Mittel der Mitgliedsstaaten zu harmonisieren und damit zu stärken. Gleichzeitig sind Infokampagnen geplant. Damit soll das Unrechtsbewusstsein in der Bevölkerung geschärft werden.

"Der VUD begrüßt ausdrücklich die Aktivitäten der Europäischen Union zur Bekämpfung der Produktfälschung und -piraterie", kommentiert Ronald Schäfer, Geschäftsführer des VUD, seine im Rahmen der Tagung gewonnenen Eindrücke. Der Vereinheitlichung der gesetzlichen Vorschriften sowie der Überwachung der Einhaltung dieser Vorschriften spricht Schäfer in Hinblick auf die geplante Osterweiterung besondere Bedeutung zu. "Offene Grenzen im EU-Binnenmarkt, ohne wirksame Kontrollen dessen, was in diesen Binnenmarkt gelangt, muss das bereits bestehende Piraterieproblem erheblich verschärfen", so Schäfer. Der Unterhaltungssoftware in Deutschland sei im vergangenen Jahr durch Raubkopien nach Verbandsschätzung etwa 600 Mio. Mark Kaufkraft abgeschöpft worden. Aus diesem Grund will der Verband Urheberrecht und Pirateriebekämpfung auch zu zentralen Themen auf seinem diesjährigen Branchenevent in Leipzig (27. September) machen.

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Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.