VUD Jahreswirtschaftspressekonferenz 2002
Heute hat die Jahreswirtschaftspressekonferenz des VUD in München stattgefunden. GamesMarkt.de hat für Sie alle Informationen zusammengefasst und eine komplette Übersicht über die vom VUD präsentierten Zahlen erstellt.
Weniger ist manchmal mehr. Auf diese kurze Formel lässt sich die Entwicklung der Absätze 2001 für Unterhaltungssoftware, also Computer- und Videospiele sowie allgemeine Lern- und Informationssoftware, bringen. Vor dem Hintergrund von Markteinführungen neuer Systeme wie PlayStation 2 und Game Boy Advance sowie aktuell Xbox und GameCube stellt sich der Rückgang von rund 5,6 Prozent auf insgesamt 2,988 Mrd. Mark (rund 1,528 Mrd. Euro) nicht so dramatisch dar. Im Vorjahr wae ein Umsatz von 3,164 Mrd. Mark (rund 1,618 Mrd. Euro) verbucht worden. Ähnliche Entwicklungen waren in der Vergangenheit immer wieder bei Systemwechseln registriert worden. In der Einzelanalyse wird dies besonders deutlich.
Danach verzeichnet der Absatz an PC-Spielen eine Zunahme von etwa 4,6 Prozent auf 34,64 Mio. Stück (Vorjahr: 33,13 Mio. Stück). Der Umsatz von 1,355 Mrd. Mark (rund 692,8 Mio. Euro) blieb dabei etwa auf Vorjahresniveau von 1,368 Mrd. Mark (rund 699,4 Mio. Euro). Dies macht deutlich, dass der Durchschnittpreis pro verkauftem Titel von 41,31 Mark (21,12 Euro) auf 39,13 Mark (20,01 Euro) zurückging.
Die Entwicklung bei Lern- und Informationssoftware hingegen verlief genau entgegengesetzt. Einem deutlichen Rückgang von 15,2 Prozent bei den Stückzahlen von 21,81 Mio. auf 18,5 Mio. steht lediglich ein Rückgang von 7,2 Prozent beim Wertumsatz von 576 Mio. Mark (rund 294,5 Mio. Euro) auf 534,72 Mio. Mark (rund 273,4 Mio. Euro) gegenüber. Der durchschnittliche Abgabepreis je Titel stieg damit von 26,41 Mark (13,5 Euro) auf 28,90 Mark (14,78 Euro).
An dieser Stelle möchten wir besonders auf die Absatzentwicklung für Leermedien, also den Verkauf von beschreibbaren CDRs und CD-RWs, und deren Verwendung verweisen: 2001 wurden laut einer repräsentativen GfK-Studie rund 332 Mio. (!) dieser Datenträger verkauft, von denen allein 13 Prozent (43 Mio. Stück) beim illegalen Kopieren von Computer- und Videospielen Verwendung fanden.
Bei Betrachtung der Konsolen- oder Videospielsoftwareabsätze zeigt sich ebenfalls ein uneinheitliches Bild. So verzeichnen die SW-Verkäufe für die PSone einen geringen Rückgang (-2,5 Prozent) von 8,94 Mio. auf 8,72 Mio. Stück. Die Wertbetrachtung hingegen weist einen Umsatzrückgang um 25,8 Prozent von 564,45 Mio. Mark (rund 288,6 Mio. Euro) auf 418,54 Mio. Mark (rund 214 Mio. Euro) aus. Ein eindeutiger Beleg für die Zunahme von Zweit- und Drittvermarktungen, was stets mit einer Reduzierung des Durchschnittspreises verbunden ist. Dagegen steht allerdings die Entwicklung der Absätze von PlayStation 2-Software mit einem Plus von 394,4 Prozent auf 1,78 Mio. Stück. Im Wert bedeutet dies mit 192,42 Mio. Mark (rund 98,4 Mio. Euro) ein Plus von 437,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt sind die SW-Verkäufe für PlayStation-Konsolen von 9,3 Mio. Stück (600,25 Mio. Mark; rund 306,9 Mio. Euro) auf 10,5 Mio. Stück (606,96 Mio. Mark; rund 310,3 Mio. Euro) angewachsen.
Beim Game Boy konnte das Abflauen des "Pokémon"-Booms der letzten Jahre auch durch die Einführung des Game Boy Advance nicht kompensiert werden. Insgesamt lagen die SW-Absätze für den Game Boy mit 307,65 Mio. Mark (rund 157,3 Mio. Euro) im Vergleich zum Vorjahr mit 300,72 Mio. Mark (rund 153,8 Mio. Euro) im Wert zwar über dem Vergleichsjahr. Jedoch bei den Stückzahlen mit 4,46 Mio. darunter (4,73 Mio. Stück).
Ebenso gingen die SW-Absätze für Nintendo 64 (N64) von 229,12 Mio. Mark (rund 117,1 Mio. Euro; 2,43 Mio. Stück) auf 139,15 Mio. Mark (rund 71,1 Mio. Euro; 1,36 Mio. Stück) zurück.
"Besonders im 3. Quartal 2001 erfuhren die Softwareabsätze einen für das Gesamtergebnis relevanten Einbruch. Was durch das Weihnachtsgeschäft nicht mehr aufgefangen werden konnte. Große Sorgen bereiten uns die Entwicklung und besonders die mittlerweile erreichte Dimension des Absatzes von digitalen Leermedien. Die GfK-Studie belegt eindeutig, für welchen Zweck diese Medien Verwendung finden - Softwareklau! Hier ist die Industrie gemeinsam mit dem Gesetzgeber dringend gefordert, gezielte Präventionsmaßnahmen in rechtlicher und praktischer Form umzusetzen", sagten die VUD-Geschäftsführer Ronald Schäfer und Hermann Achilles. "Die in Teilen zu verzeichnenden Absatzeinbrüche im Konsolenbereich resultieren auch aus den verzögerten Releases der neuen Systeme. Die Zahlen von Sony PlayStation belegen, dass ein fließender Übergang insgesamt weniger Probleme mit sich bringt."
Entgegen allen Prognosen behauptet der PC weiter seine Vormachtstellung in Deutschland. "Eine sehr große Verfügbarkeit von Highend-PCs in den privaten Haushalten ist weiterhin eine hervorragende Basis für lohnende Softwareabsätze. Die Konsolenanbieter haben jetzt eine neue Runde um die Gunst der Gamer eingeleitet. Spannung ist also angesagt."