Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nun die finale Version ihres elften Katalogs zur Klassifizierung von Krankheiten vorgelegt. Was sich im Entwurf andeutete ist nun fix: Die WHO erkennt Gaming Disorder, die Sucht nach Games, als Krankheit an.

Alles Intervenieren der Lobbyverbände hat am Ende nichts genutzt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat jetzt ihren neuen Katalog an anerkannten Krankheiten vorgelegt und dabei die sogenannten "Gaming Disorder", die Sucht nach Videospielen, aufgenommen. Die Aufnahme deutete sich bereits zu Jahresbeginn an, als ein erster Entwurf des 11. Klassifizierungskatalogs vorgelegt wurde in dem sich "Gaming Disorder" als anerkannte Krankheit befand.

Wissenschaftler aber auch Branchenverbände sprachen sich in den vergangenen Monaten immer wieder gegen eine Anerkennung aus. Kern der Kritik war, dass ein übermäßiger Konsum von Spielen zwar als problematisch angesehen werden kann, wissenschaftliche Beweise, dass es sich dabei um eine pathologische Verhaltensstörung handelt, die gäbe es nicht.

Die WHO und ihre Experten sehen dies offenbar anders. Positiv an der Anerkennung ist, dass damit der Weg für Forschung und auch Behandlung beispielsweise in Form einer Kostenübernahme durch die Krankenkassen erleichtert wird. Inwiefern und wie schnell der neue Klassifizierungskatalog in den verschiedenen Staaten umgesetzt wird, liegt nicht in der Hand der WHO. Sie helfe den Ländern lediglich bei der Umsetzung,

Die "Gaming-Disorder" wurde im Krankheitskatalog der WHO unter der Nummer 6C51 eingetragen, unter dem gleichen Oberpunkt wie die Spielsucht. Die WHO unterscheidet in drei Subformen, einer online-bezogenen, einer offline-bezogenen und einer unspezifizierten Spielesucht. Laut WHO sei bei einer Verhaltensänderung von mehr als zwölf Monaten von einer Spielesucht zu sprechen. Wenn jedoch alle in der Definition aufgeführten Symptome auftreten, könne der Diagnosezeitraum auch verkürzt werden.

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Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.
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James Salmon, EA's director of marketing and partnerships, Twitch streamer Rodrigol, the mascot of the Brazilian national football team, Canarinho, and the CBF's director of marketing for national teams, Bernardo Bessa | Picture: Rebeca Reis / Staff Images / CBF

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