Wie das Digitalgeschäft EA verändert
Im Rahmen seiner Bilanzpräsentation hat EA tiefe Einblicke gewährt, wie sich insbesondere das Digitalgeschäft positiv auf die Unternehmensentwicklung ausgewirkt hat. Das größte Wachstum verbucht EA bei den Downloads ganzer Spiele.
Dank der strengeren Bilanzierungsregeln gewährt Electronic Arts auch bei der Präsentation der jüngsten Quartalsbilanz tiefe Einblicke in die digitale Transformation des Publishers. Dass EA inzwischen rund zwei Drittel des Umsatzes mit der digitalen Vermarktung von Spielen erwirtschaften ist hinlänglich bekannt. Interessant ist aber ein genauerer Blick auf die Digitalumsätze. In seiner Präsentation zeigt EA eine Auswertung der vergangenen zwölf Monate ausgehend vom Quartalsstichtag 30. September.
Auch wenn diese Auswertung nicht dem tatsächlichen Geschäftsjahr entspricht wird eines sehr deutlich: Das größte Stück zum Digitalumsatzkuchen steuerten in diesem Zeitraum mit rund 1,1 Mrd. Dollar Zusatzinhalte bei. Das Mobile-Segment kommt auf 614 Mio. Dollar, die Digitalvermarktung vollumfänglicher Spiele 506 Mio. Dollar. Interessant und für den Handel keineswegs beruhigend ist jedoch, dass beim Download von Vollpreisspielen mit 19 Prozent das größte Wachstum zu verzeichnen ist. Das Digitalgeschäft mit dem wenigsten Wachstum ist indes der Bereich Werbung und Abonnements, der konstant bei rund 350 Mio. Dollar Umsatz liegt.
Eine weitere bemerkenswerte Entwicklung ist, dass das Konsolengeschäft bei EA immens an Bedeutung gewonnen hat. Während bspw. bei einer Activision Marken wie "World of WarCraft" die Fahne des PC-Geschäfts hochhalten, nimmt es bei EA über die vergangenen Jahre auch dank der Digitalisierung immer weiter ab. Betrachtet man die zurückliegenden zwölf Monate hat das digitale Konsolengeschäft erstmals mehr Umsatz gemacht, als das digitale PC-Business und das ohnehin digitale Mobile-Games-Geschäft zusammen.
Aus Sicht der EA-Aktionäre ist der Trend durchaus zu begrüßen. Denn wie sich aus einer weiteren Folie ablesen lässt, steigen wichtigen Kennzahlen kontinuierlich und parallel zum Wachstum des Digitalgeschäfts an. So hat sich die Bruttoertragsmarge in weniger als fünf Jahren von knapp über 60 Prozent auf über 70 Prozent erhöht. Der Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit hat sich gleichzeitig vervierfacht.